Stuttgarter Straßenbahn

Wehmütig haben die nostalgischen Hobby-Trambahner Abschied vom Meterspur-Regelbetrieb genommen. Der letzte Abschnitt der bis einigen Jahren noch verbliebenen einzigen Linie 15 ist stillgelegt und wird derzeit für den Stadtbahnbetrieb vorbereitet, die Baustellen in Zuffenhausen und Stammheim zeugen davon.

Zwei Züge aus GT4-Doppeltraktionen der Linie 15 treffen sich am Olgaeck

Zwei Züge aus GT4-Doppeltraktionen der Linie 15 treffen sich am Olgaeck

Damit hat Stuttgart keine Straßenbahn, sondern eine Stadtbahn.

Unternehmen

Die Stuttgarter Straßenbahn, besser jetzt wohl die Stuttgarter Stadtbahn oder U-Bahn, wird von der SSB, der Stuttgarter Straßenbahn AG, betrieben. Das Unternehmen verfügt über einen eigenen Internet-Auftritt unter www.ssb-ag.de. Das Fahrtenangebot ist in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) eingebunden. Der VVS hat einen eigenen Internet-Auftritt, dort sind die Fahrplanbuchseiten online erhältlich: www.vvs.de.

Das Liniennetz

Zwei Teilnetze mit jeweils einem Innenstadttunnel (der eine mit Abzweigen) bilden das Rückgrat des Stuttgarter innerstädtischen Nahverkehrs. Ergänzt wird das Netz durch 3 Tangentiallinien. Tunnelabschnitte finden sich auch außerhalb der Innenstadt.

Die sogenannten Tal-Längslinien umfassen heute ein Linienbündel von 5 Linien, U 1, U 2, U 4, U 9 und U 14. Mittelpunkt ist die Tunnellinie Marienplatz - Charlottenplatz - Stöckach mit Abzweigen zum Rotebühlplatz und zum Hauptbahnhof.

Begegnung zweier Stadtbahn-Züge im Tunnel

Begegnung zweier Stadtbahn-Züge im Tunnel

Die sogenannten Tal-Querlinien umfassen ein Linienbündel von 5 Linien, U 5, U 6, U 7, U 12 und U 15, mit dem Schwerpunkt der Tunnelstrecke Rampe Olgaeck - Charlottenplatz - Schloßplatz - Hauptbahnhof - Rampe Türlenstraße.

Im Norden und Nordosten fährt die U 13 tangential zur Innenstadt, im Süden verbinden die Linien U 3 und U 8 Randgebiete der Stadt miteinander. Diese Linien verbinden auch die beiden Linienbündel, die im Innenstadtbereich baulich von einander getrennt sind.

Stuttgart 21 hat auch Auswirkungen auf das Stuttgarter Stadtbahnnetz. Seit dem 17.05.2016, dem Tag des aktuellen Fahrplanwechsels, mußte der Stadtbahnverkehr zwischen den Haltestellen Charlottenplatz und Staatsgalerie auf den Tal-Längslinien wegen Bauarbeiten unterbrochen werden. Die Linien U1 und U2 werden über Hauptbahnhof und Rotebühlplatz geführt, die U4 geteilt. Von Untertürkheim kommend endet die Linie am Neckartor, der Abschnitt vom Hölderlinplatz kommend wird als U24 bis Charlottenplatz geführt und ist dort betrieblich mit einer zusätzlichen U21 zum Südheimer Platz als Ersatz für die dort entfallene Linie U1 verknüpft. Die Bedarfslinie U11 wendet ebenfalls am Charlottenplatz und fährt in beiden Richtungen über Hauptbahnhof.

Die Linien-Fahrzeuge

Geräumige, von außen wuchtige, 2,65m breite vierachsige, fest kurzgekuppelte Triebwagen (mit einem Führerstand) aus verschiedenen Baureihen und Baujahren bilden heute ausschließlich den Wagenpark der Linienfahrzeuge. Ein Teil der Fahrzeuge verfügte über Klapptrittstufen für wenige, nicht höhengleiche Einstiegsmöglichkeiten, die jedoch mittlerweile alle verschwunden sind.

Solo-Tw der älteren Bauserie nähe Bopser

Solo-Tw der älteren Bauserie nähe Bopser

Fahrzeuge der späteren Baureihen sind durchgängig begehbar. Die Fahrzeuge der zweiten Serie werden mittlerweile einem Ertüchtigungsprogramm unterzogen.

Der Fahrzeug-Einsatz

Die Fahrzeuge werden grundsätzlich solo, montags bis samstags auf den Linien U 6 und U 7 auch in Doppeltraktion eingesetzt, ferner auf der Bedarfslinie U 11 bei Großveranstaltungen im Daimler-Stadion.

Beheimatet sind die Fahrzeuge in drei Betriebshöfen:

Mittlerweile vier der Kurse der U 6 in Doppeltraktion übernachten in der Abstellanlage Gerlingen. Seit Mai 2016 übernachten außerdem 10 Solo-Triebwagen des Betriebshofs Remseck in der Abstellanlage Neckarpark sowie ein Solo-Triebwagen in der Abstellanlage Waldau.

Doppeltraktion aus Triebwagen neuerer Bauart am Bopser

Doppeltraktion aus Triebwagen neuerer Bauart am Bopser

In der Fahrplanperiode 2013/2014 wurden die Fahrzeugeinsätze wie folgt neu strukturiert:

Betriebshof Heslach:
U 1 teilweise, U 2 zwei Kurse werktags in der Morgen-HVZ außerhalb der Schulferien, U 4, U 7 ein Kurs montags bis freitags in Doppeltraktion, U 9, U 12 teilweise, U 14 teilweise und U 15 teilweise

Betriebshof Möhringen:
U 3, U 5, U 6, U 7 ausschließlich, U 8, U 12 teilweise und U 15 teilweise

Betriebshof Remseck:
U 1 teilweise, U2 fast ausschließlich, U 13, U 14 teilweise, U 12 und U 15 teilweise.

Alle Fahrzeuge rücken wieder zu ihrem eigenen Betriebshof ein, sofern sie nicht in den Abstellanlagen übernachten. Allerdings finden je ein Fahrzeugtausch zwischen den Linien U1 und U3 und damit zwischen den Betriebshöfen Heslach und Möhringen sowie auf der Linie U12 und damit zwischen den Betriebshöfen Remseck und Möhringen statt.

Stadtbahnwagen 3500er

Der Stadtbahnwagen neuester Generation in Doppeltraktion auf der Linie U7, hier in der Anfahrt auf die Haltestelle Dobelstraße.

Die Umlaufpläne Mai 2016

Es gibt Betriebsprogramme für werktags montags bis freitags, werktags samstags und sonn- und feiertags. Für die Ferienzeit gibt es gekürzte Angebote auf den Linien U 2, U 8, U 9, U 13 und U 15.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Neuerungen zum Fahrplanwechsel

Unmittelbar vor dem Fahrplanwechsel wegen der Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz wurde die Linie U12 bis Dürrlewang verlängert.

Das Übernachten von Fahrzeugen außerhalb von Betriebshöfen wurde ausgedehnt: In der Waldau verbleibt ein Zug der U7 (Solo-Triebwagen), der morgens den ersten Kurs der U7 fährt und dann auf die U8 übergeht. In der Abstellanlage Neckarpark verbleiben 10 Züge der Linien U1, U2, U13 und U15 über Nacht. Wenige aus- oder einrückende Züge von bzw. nach Remseck, die Fahrdienstkollegen transportieren sollen, wenden an der Haltestelle Neckarpark (Stadion).

Die Pläne im einzelnen

Für die Ferien (werktags) und die Wochenenden sind die Kursnummern (noch) nicht verifiziert und werden daher vorerst hier nicht eingestellt.

Änderungen während der Fahrplanperiode

Ende August 2016 wurde das Vorgehen der Abstellung in Gerlingen geändert: bis zu diesem Zeitpunkt wurden die letzten beiden ankommenden Solo-Triebwagen zu einer Doppeleinheit gekuppelt und dort abgestellt; das hatte jedoch Einschränkungen im Fahrzeugeinsatz zur Folge, mußte doch sichergestellt werden, daß die Fahrzeuge auch kuppelbar sind. Nunmehr wurde eine frühabendliche Fahrzeugtrennung vom Fasanenhof nach Gerlingen verlegt und eine weitere Doppeltraktion kann so abgestellt werden. Damit müssen allerdings die letzten beiden Kurse wieder nach Möhringen einrücken.

Mitte Oktober 2016 wurde das werktägliche Angebot etwas ausgeweitet: nunmehr verkehrt die U13 auch nachmittags in der Spitze im 7,5-Minuten-Takt. Die morgentlichen Fahrten der U8 wurden optimiert; damit ergeben sich auch geringfügige Änderungen auf der Linie U15. Der Hauptpunkt: versuchsweise bis zunächst April 2017 wurde ein Regelbetrieb der U19 zwischen Neugereut und Neckarpark (Stadion) montags bis freitags zwischen 6 und 19 Uhr mit vier Kursen des Betriebshofs Remseck eingerichtet. Dadurch konnten die Verstärkerkurse der U2 während der Schulzeit entfallen; Betriebshof Heslach fährt nunmehr 2 Tageskurse der U2.

Auch diese Pläne sind in der .zip-Datei enthalten.

Baustelle Umspurung: ein GT4-Zug der Linie 15 vor einer Bauweiche

Baustelle Umspurung: ein GT4-Zug der Linie 15 vor einer Bauweiche
Alles längst Geschichte !

Ausbaupläne

Im Bau ist die Erweiterung der Linie U 12 im Norden:

Die im September 2013 in Betrieb genommene Strecke nach Hallschlag soll nochmals verlängert werden und an der Haltestelle Auwiesen an die Linie U 14 angeschlossen werden. Die Linie U 12 soll dann in Remseck die Linie U 14 ersetzen, die dann ihrerseits am Betriebshof enden wird. Auch für die Linie U 12 sind Doppeltraktionen später vorgesehen.

Die U 12 soll später das im Zusammenhang mit Stuttgart 21 neu entstehende Europaviertel erschließen. Ferner ist eine Verlängerung der U 6 zur Messe vorgesehen.

Dringend erforderlich ist eine Kapazitätserweiterung der U 1 nach Fellbach mit Doppeltraktionen. Dann werden am Südende die Linien U 1 und U 14 ihre Endstellen tauschen, weil der Betrieb bis Vaihingen keine Doppeltraktionen erfordert. Die baulichen Veränderungen an den oberirdischen Haltestellen stellen allerdings eine große Herausforderung dar.

Vergleich Kopfform 3300er und 3500er

Schlanker und eleganter ist die Kopfform der neuen Stadtbahntriebwagen (rechts), auch im Vergleich zur "mittleren" Bauform; die Bauform der ersten Serie ist noch eckiger.




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