Tram in Stockholm (S)

Unternehmen

Ja, es gibt nach dem 29.09.1967 noch und wieder eine Straßenbahn in Stockholm. Das ursprünglich recht umfangreiche Tramliniennetz wurde ab den 1950er Jahren kleiner, weil auch Stockholm den Traum von einer autogerechten Stadt geträumt hat. Die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr auf der Straße im September 1967 gab den meisten Linien allerdings einen Todesstoß. Aber eine Renaissance der Tram ist auch in Schwedens Hauptstadt zu beobachten.

6

Tram-Wagen 6 auf der Linie 7 in Richtung Waldemarsudde erreicht die Haltestelle Nordiska museet.

Verantwortlich für den öffentlichen Nahverkehr ist SL, Storstockholms Lokaltrafik, die Bestellorganisation. Sie hat einen Internetauftritt unter https://sl.se/en/, in englischer Sprache, wo Fahrplan-, Netz- und Tarifinformationen abzurufen sind. SL ist auch verantwortlich für den Verkehrsverbund in Stockholm, in dem auch die S-Bahn ("Pendeltåg"), Metro, Bus und einige Fährstrecken mit der Tram verbunden sind.

423

Endhaltestelle Nockeby der Linie 12. Wagen 423 vom Typ Flexity Swift wartet auf seine Abfahrtszeit. Die Endstelle ist mit nur einem Seitenbahnsteig ausgerüstet.

406

Das andere Ende der Linie: Triebwagen 406 erreicht die Endhaltestelle Alvik. Die U-Bahn verkehrt im Linksverkehr. Um einen bahnsteiggleichen Übergang zu gewährleisten, wird die Tram in die Endstelle auch auf dem linken Gleis geführt.

SL nutzt für den Betrieb der Tram Unternehmen, teilweise internationale Konzerne, die schwedische Tochtergesellschaften bildeten, als Auftragnehmer. S-Bahn und Metro werden von einer Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns MTR gefahren. Die Tram wird von zwei Gesellschaften betrieben, von Stockholms Spårvägar und von Arriva.

Das Liniennetz

Ein einheitliches Liniennetz gibt es nicht. Vielmehr sind einzelne Strecken übriggeblieben und nach 2000 wurde eine neue Linie gebaut, die allerdings Verbindung zu einer anderen Linie bekommen hat. Im einzelnen:

426 und 410

Doppeltraktion auf der Linie 22: der Zug, bestehend aus Wagen 426 und 410, verkehrt in Richtung Solna und fährt gerade in die Haltestelle Globen ein.

Einer Tram am ähnlichsten ist die Linie 7 zwischen dem östlichem Rand der Innenstadt und Djurgården. Seit 1991 wird ein Museumsbetrieb auf der 3,5 km langen Strecke gefahren, seit 2010 ein moderner Linienbetrieb. Ein kleines Depot bei der Haltstelle Skansen beherbergt auch die Museumsfahrzeuge. Verantwortlich ist Stockholms Spårvägar. Die Gesellschaft ist aus der Traditionspflegegesellschaft nach Stillegung der Tram hervorgegangen.

460 und 459

Die achtachsigen Urbos 460 und 459 fahren als Doppeltraktion auf der Linie 22 Richtung Solna in die Haltestelle Alvik ein.

Zwei Linien haben die 1960er Jahre überlebt, weil sie weitestgehend mit einem eigenen Gleiskörper versehen waren und mit Zweirichtungsfahrzeugen betrieben wurden, weshalb die Umstellung auf Rechtsverkehr unproblematischer verlief. Die heutige Linie 12, genannt Nockebybanan, verbindet Nockeby im Nordwesten Stockholms mit der Metrostation Alvik und bietet dort heute nieveaugleiches Umsteigen in Richtung Innenstadt. Die heutige Linie 21 wird Lidingöbanan genannt und bedient den südlichen Rand der Insel Lidingö im Nordosten Stockholms; sie stellt eine Verbindung zur Metro an der Haltestelle Ropsten her. Beide sind eher Stadtbahnen als klassische Trams.

Verantwortlich für die Linie 12 ist Arriva, für die Linie 21 Stockholms Spårvägar. Die Linie 12 ist knapp 5 km lang und zweigleisig ausgebaut, die Linie 21 immerhin 9,2 km, eingleisig mit Ausweichen, betrieben von Arriva. Die Linie 21 wurde von 2013 bis 2015 umfassend modernisiert.

551 Baggeby

Der zehnachsige Urbos mit der Nummer 551 ist auf der Linie 21 in Richtung Ropsten unterwegs. Gleich fährt er in die Haltestelle Baggeby ein.

551 Ropsten

Das gleiche Fahrzeug wartet in der Haltestelle Ropsten auf seine Rückfahrt auf der Linie 21 nach Lidingö.

Neu erbaut wurde die Linie 22, Tvärbanan genannt und von Arriva betrieben, eine tangentiale Halbkreislinie um die erweiterte Innenstadt herum. Sie verbindet auf knapp 20 km Solna im Norden mit Alvik im Nordwesten, Gröndal, Liljeholmen, Gullmarsplan im Süden und den Neubaustadtteil Sickla. Sie wurde in mehreren Bauabschnitten seit 2000 zuletzt im Oktober 2017 erweitert. Die Linien 12 und 22 haben einen gemeinsamen Betriebshof an der Kreuzungsstation Alvik. Auch die Linie 22 hat eher den Charakter einer Stadtbahn, auch wenn Abschnitte in Solna, Sundbyberg und Gröndal sich die Trasse mit dem Autoverkehr teilen.

Die Linien-Fahrzeuge und ihr Einsatz

Abgesehen vom Museumsbetrieb sind alle Tramlinien umfassend mit modernen Fahrzeugen ausgerüstet.

Die Linie 7 verkehrt mit achtachsigen Zweirichtungs-Niederflur-Triebwagen Flexity aus dem Hause Bombardier, ein Teil stammt aus der für Frankfurt am Main bestimmten Serie. 12 Fahrzeuge wurden beschafft.

Sickla

Umsteigebahnhof Sickla: rechts erreicht auf der Linie 22 die Doppeltraktion aus Wagen 425 und 415 die Endstelle, links verkehrt ein Zug der Linie 25 aus den Wagen2900+2899 sowie 2894+2893 in Richtung Slussen.

Für die Linien 12 und 22 stehen zwei Fahrzeugtypen bereit: 37 sechsachsige Zweirichtungsfahrzeuge Flexity Swift von Bombardier aus den Jahren 1999 bis 2009 werden von 15 achtachsigen dreiteiligen Zweirichtungstriebwagen vom Typ Urbos aus dem Hause CAF seit 2013 ergänzt. Die Linie 12 wird mit Solofahrzeugen, die Linie 22 in Doppeltraktion betrieben. Die Fahrzeugtypen werden nicht miteinander gekuppelt. Urbos sind auf der Linie 12 in der Regel nicht anzutreffen.

Für die Linie 21 stehen 7 zehnachsige, vierteilige Zweirichtungsfahrzeuge vom Typ Urbos aus dem Hause CAF von 2015 zur Verfügung.

S-Bahn

Ein S-Bahn-Zug, genannt Pendeltåg, auf der Linie 40 im Bahnhof Solna.

Künftige Erweiterungen

Im Bau ist eine Verlängerung der Linie 7 vom Rand der Innenstadt in die Innenstadt hinein.

Nach 2020 sollen die Linien 7 und 21 miteinander verbunden und die Linie 21 so verlängert werden.

Weitere Schienenverkehrsmittel

S-Bahn, betrieben von einer Tochtergesellschaft der Staatsbahn, und Metro, im übrigen die einzige U-Bahn in Schweden, betrieben von MTR, runden das Verkehrsangebot ab. Die S-Bahn verkehrt erst seit Mitte 2017 durch den Innenstadttunnel und hat damit deutlich an Pünktlichkeit gewonnen.

alter U-Bahn-Zug

Eine ältere Einheit von U-Bahnfahrzeugen unterwegs im Tunnel.

Eine weitere Spielart des Schienenverkehrs ist die als Saltsjöbanan bezeichnete eingleisige Strecke zwischen Slussen und Saltsjöbaden mit Abzweig von Igelboda nach Solsidan im Südosten Stockholms, die als Linien 25 und 26 (Abzweig) von Arriva betrieben werden. Diese als Eisenbahn trassierten Strecken werden mit angepaßten U-Bahn-Triebwagen mit Dachstromabnehmer und verschlossener Mitteltüre betrieben. Auf der Linie 26 kommt ein Doppeltriebwagen zum Einsatz, auf der Linie 25 verkehren zwei miteinander gekuppelte Doppeleinheiten.

neuer U-Bahn-Zug

In der U-Bahnstation Ropsten kommt eine Garnitur aus neuen U-Bahnwagen an.

In den nordöstlichen Vororten verkehrt eine elektrische Schmalspurbahn mit 891 mm Spurweite, die Roslagsbanan. Die Strecke teilt sich zweimal auf, so entstehen die drei Linien 27, 28 und 29. Diese Strecke wird von Arriva betrieben.




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