Tram in Zürich

Unternehmen

Die Tram in Zürich, oder wie der Schweizer wohl sagt, das Tram, das sind in dieser Stadt Fahrzeuge für drei Verkehrsbetriebe, die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) und die Forchbahn (FO). Letztere ist eigentlich eine Kleinbahn, die allerdings teilweise auf den Tramgleisen verkehrt. Seit ihrer Gründung ist die Forchbahn aber durch gemeinsame Direktion und durch die Betriebsführung eng mit den Verkehrsbetrieben Zürich verbunden; die Strecke jenseits der Züricher Tram-Endhaltestelle und die Fahrzeuge gehören jedoch der Forchbahn.

2078+2312

Tram 2000-Triebwagen 2078 und der motorisierte Beiwagen 2312 sind als Zug der Linie 2 in Richtung Bahnhof Tiefenbrunnen unterwegs. Gerade haben sie die Endstelle Farbhof verlassen.

Im Glattal hingegen sind die Verkehrsbetriebe "nur" marktverantwortliches Unternehmen, also für Planung und Organisation des ÖPNV verantwortlich. Die Tramstrecken selbst gehören zwar den VBG, die Fahrzeuge gehören jedoch dem betriebsführenden Unternehmen, den VBZ. Allerdings haben sich die VBG zusichern lassen, daß die eingesetzten Fahrzeuge dem corporate design der VBG entsprechen. Die auf den Linien 10 und 12 eingesetzten Cobras haben dementsprechend eine von den "Stadt-Cobras" abweichende Fahrzeuglackierung.

Die Internet-Informationen sind umfangreich. Jedes der beteiligten Unternehmen hat seinen eigenen Internet-Auftritt, über den dann auch Fahrplaninformationen zu erlangen sind. Die Internetadressen sind für die VBZ www.vbz.ch, für die VBG www.vbg.ch und für die Forchbahn www.forchbahn.ch. Alle drei Verkehrsbetriebe sind mit ihrem Angebot in den Züricher Verkehrsverbund eingebunden, der unter der Adresse www.zvv.ch ebenfalls Informationen über Fahrpläne und vieles mehr bereitstellt.

Schleife Hauptbahnhof

Mehrere Fahrzeugtypen friedlich vereint: links Sänfte-Triebwagen 2102 als Bereitschafts-Einsetzzug wartet auf einen (hoffentlich nicht stattfindenden) Einsatz, daneben Cobra-Triebwagen 3072 in der weißen VBG-Lackierung der Glattalbahn auf der Linie 10 und rechts Cobra-Tw 3051 auf der Linie 17.

Das Liniennetz

Das Liniennetz der Straßenbahn ist weit gefächert und deckt das Stadtgebiet Zürich sowie Bereiche darüber hinaus ab. Zur Zeit werden die Linien 2 bis 17 ohne 16 betrieben, wobei im Glattal die Linien 10 (Flughafen Kloten - Stadt Zürich) und 12 (Tangente Flughafen Kloten - Stettbach) verkehren. Die Forchbahn trägt die Bezeichnung S18. Das Netz befindet sich weiter im Ausbau.

O-Bus-Doppelgelenkwagen

O-Bus-Doppelgelenkwagen 77 ist hier auf der Linie 32 in Richtung Straßenverkehrsamt unterwegs. Wir begegnen ihm kurz vor der Haltestelle Kalkbreite/Bahnhof Wiedikon.

Die Linie 21 stellt den Museums-Tram-Fahrbetrieb dar.

Naturgemäß liegen die Tramstrecken in den Innenstadtbereichen im Straßenraum, sogar in der Fußgängerzone. Neuere Strecken hingegen werden vom Individualverkehr unabhängig trassiert, so sind die erst spät entstandenen Trassen im Glattal komplett unabhängig. Außerhalb des Stadtgebiets ist die Forchbahn eisenbahnmäßig trassiert. Die Topographie zeigt sich sehr hügelig, entsprechend oft und steil sind die Steigungen, die die Tramfahrzeuge zu bewältigen haben.

Grundsätzlich wird im Rechtsverkehr gefahren. Die Einrichtungsfahrzeuge bedienen somit Seitenbahnsteige. Es gibt jedoch eine Tunnelstrecke im Stadtteil Schwamendingen. Um die Mittelbahnsteige dort bedienen zu können, wird die Strecke im Linksverkehr betrieben. Am Milchbuck ist die Gleiskreuzung sogar niveaufrei ausgestaltet worden. Die Forchbahn wird ohnehin mit Zweirichtungsfahrzeugen betrieben.

Tunnelrampe

Am Milchbuck endet stadtseitig die einzige U-Tram-Strecke in Zürich. Links kommt Sänfte-Tw 2104 (mit dem motorisierten Beiwagen 2433) auf der Linie 7 aus Richtung Bahnhof Stettbach in die Haltestelle eingefahren, rechts wartet Cobra-Tw 3060 auf der Linie 14, von Seebach kommend, auf seine Weiterfahrt nach Triemli.

Für den Betrieb der VBZ stehen drei Betriebshöfe und zwei zusätzliche Abstellanlagen (genannt "Schlafdepots") im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung: Oerlikon, Irchel und Kalkbreite einerseits und Hard und Wollishofen andererseits. Die Fahrzeuge für das Glattal kommen vom Betriebshof Oerlikon. Die Forchbahn hat in Forch ihr eigenes Depot. Eine Hauptwerkstatt sowie ein ehemaliges Depot, welches vom Tram-Museum genutzt wird, runden das Bild ebenso ab wie zahlreiche Kleindepots, die aber zum Abstellen von Linienfahrzeugen nicht mehr genutzt werden.

Die Linien-Fahrzeuge

Für die Tram ohne Forchbahn bestehen mehrere Serien verschiedener Fahrzeuge, deren älteste auf das Jahr 1976 zurückblicken kann. Deshalb stehen Ersatzbeschaffungen und für Netzerweiterungen zusätzliche Neuerwerbungen an. Der Beschaffungsprozess erweist sich allerdings verfahrensrechtlich als schwierig, deshalb wird angesichts der Fahrzeugknappheit sogar über die vorübergehende Übernahme von Altfahrzeugen anderer schweizer Verkehrsbetriebe, etwa Basel, nachgedacht.

Derzeit neueste Fahrzeuggeneration ist ein fünfteiliger Niederflurwagen, genannt Cobra-Tram. Er wurde in 3 Bauserien mit insgesamt 88 Exemplaren beschafft, davon tragen 18 den Anstrich der VBG für die Linien 10 und 12. Die ersten Exemplare sind seit 2001 (Prototypen) auf den Schienen.

Cobra-Tw

Gleich erreicht Cobra-Triebwagen 3004 auf der Linie 2 in Richtung Bahnhof Tiefenbrunnen die Haltestelle Bürkliplatz und damit den Zürichsee.

Die davor beschaffte Fahrzeugfamilie, deren Ursprünge in die 1970er Jahre zurückgehen, heißt Tram 2000. Sie wurde bis 1992 beschafft und besteht aus insgesamt 4 Typen.

Grundtyp ist ein zweiteiliger sechsachsiger Hochflurwagen von 21,4m Länge, von dem noch 98 Triebwagen im Einsatz sind. Ergänzt wird diese Grundtype durch eine gleichförmige fahrerstandslose Variante, von denen 15 Exemplare beschafft wurden. Ebenfalls als motorisierter Beiwagen wurde eine Kurztype, 15,4m lang und nur einteilig, in 35 Exemplaren beschafft. Dieses Fahrzeug wird Pony genannt.

Ponyzug

Sogenannte Ponyzüge wie dieser, Triebwagen 2068 mit dem kurzen motorisierten Beiwagen 2405, teilen sich mit Cobra-Triebwagen den Betrieb auf der Linie 4. Gerade hat der Zug die Haltestelle Escher-Wyss-Platz in Fahrtrichtung Bahnhof Tiefenbrunnen verlassen.

23 Triebwagen der Grundtype wurden, ähnlich wie viele andere Fahrzeuge bei anderen Betrieben, um ein Niederflur-Mittelteil ergänzt zu einem 28m langen, dreiteiligen Achtachser. Die Motorisierung wurde nicht verbessert, daher haben die Fahrzeuge nur ein geringeres Beschleunigungsvermögen. Diese Type wird als Sänfte bezeichnet.

Auch für die Forchbahn stehen sowohl (jüngere) Niederflur- als auch (ältere) Hochflurfahrzeuge zur Verfügung, aus denen die Züge gebildet werden.

Die ebenfalls seit 1976 gelieferte Hochflurfahrzeugfamilie ist ein Abkömmling der Tram 2000 der VBZ, nur ohne Gelenke, breiter und mit Türen auf beiden Seiten. Zunächst wurden 3 Paare kurzgekoppelter vierachsiger Doppeltriebwagen geliefert, denen 10 Jahre später drei gleiche Züge folgten. Dazu wurden 1981/82 vier vierachsige Steuerwagen beschafft (Triebwagen 21/22 bis 31/32, Steuerwagen 201 bis 204). Diese Fahrzeugtype wurde schließlich 1994 durch 8 frei koppelbare vierachsige Triebwagen (51-58) ergänzt.

Forchbahn

Stadtseitige Endstelle der Forchbahn, als S 18 geführt: Ein Zug der letzten Serie von Tram 2000-Abkömmlingen aus Triebwagen 53, 51 und Steuerwagen 202 wartet auf seine Abfahrt in Richtung Forch. Da auf der Forchbahn Zweirichtungsfahrzeuge fahren, konnte die Haltestelle zur Platzmitte hin angelegt werden.

2004 begann auch auf der Forchbahn das Niederflurzeitalter. 13 zweiteilige Halbzüge (61 bis 73) mit jeweils 6 Achsen bilden, jeweils 2 gekoppelt, die Züge der neuesten Generation auf der Kleinbahn.

Der Fahrzeug-Einsatz

Alle Fahrzeugtypen werden grundsätzlich von allen Betriebshöfen und Abstellanlagen aus eingesetzt. Im Regelfall verkehren alle Linien im Mischbetrieb hoch- und niederflurig, meist abwechselnd, so daß mindestens jeder zweite Zug ein Niederflurfahrzeug ist, mit folgenden Ausnahmen: Die Glattal-Linien 10 und 12 verkehren ausschließlich niederflurig mit Cobra-Tram. Die "schwächeren" Linien 8 und 15 verkehren nur mit Hochflurfahrzeugen. Die auf ihrem Ost-Ast gemeinsam geführten Linien 5 und 6 werden folgendermaßen gemischt: die Linie 6 fährt im Regelfall mit Niederflurfahrzeugen, Sänften und Cobras, die Linie 5 (fast) ausschließlich mit Hochflurfahrzeugen.

In der Tram 2000-Familie gibt es alle möglichen Fahrzeugkompositionen.

Sänfte

Gleich hat es Sänfte-Triebwagen 2109 geschafft, die zahlreichen Steigungen von der Stadtmitte zum Zoo zu erklimmen. Gerade hat das Fahrzeug auf der Linie 6 die Haltestelle Toblerplatz verlassen.

Sänften fahren solo auf den Linien 6 und 9 sowie als Bereitschafts-E-Wagen, der in der Bahnhofsschleife als Reserve wartet. Aus Sänfte und Pony gebildete Züge, mit 43m Länge die längsten im Netz der Stadtlinien, haben den Betrieb auf der Linie 7 fest in ihrer Hand.

Solo-Tram 2000 finden sich auf den Linien 8 und 15. Doppelzüge, sei es eine Traktion aus zwei Triebwagen mit Führerständen oder eine aus Trieb- und motorisiertem Beiwagen gleicher Länge, sind auf den Linien 2, 11, 13, 14 und 17 zu finden. Kombinationen mit einem Pony bedienen die Linien 3, 4, 5, und 9.

Cobra-Trams sind somit nicht auf den Linien 7, 8 und 15 und bis auf einen beobachteten Kurs nicht auf der Linie 5 zu finden.

Die Abstellanlage 2 Wollishofen fährt teilweise die Linien 6, 7, 8 und 13, die Abstellanlage 5 Hard teilweise die Linien 4, 5, 11, 13, 15 und 17, der Betriebshof 4 Kalkbreite bestückt ausschließlich die Linien 2 und 3 sowie teilweise die Linien 4, 8, 9, 13, 14 und 17, der Betriebshof 7 Irchel stellt einen Teil der Kurse der Linien 5, 6, 7 und 9 und der Betriebshof 8 Oerlikon fährt ausschließlich die Linien 10 und 12 sowie teilweise die Linien 11, 14, 15 und 17.

Langzug

Das derzeit längste Tramfahrzeug im Linieneinsatz in Zürich mit etwa 40m Länge: eine Sänfte, hier Triebwagen 2100, führt einen motorisierten Pony-Beiwagen, hier 2429, auf der Linie 7. Der Zug wendet gerade in der Schleife am Bahnhof Stettbach. Im Hintergrund wartet Triebwagen 3078 der Linie 12 auf seine Abfahrt über die Glattalbahn zum Flughafen.

Die Umlaufpläne

Betriebsprogramme gibt es für montags bis donnerstags, freitags, (beide jeweils für die Schulzeit und die Ferien), samstags und sonn- und festtags. Freitags verkehren die meisten Tramlinien nach 22:30 Uhr nicht im 15-Minuten-Takt, sondern bis Betriebsschluß alle 10 Minuten. Dieses gilt nicht für die Linien 10 und 12.

Die Linien fahren in der Regel linienrein. Linienverknüpfungen finden nur ganztägig am Flughafen Kloten zwischen den Linien 10 und 12 statt.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Die Forchbahn, als S18 gekennzeichnet, gleicht in ihrem Betrieb mit verschiedenen Zugkompositionen eher einem Eisenbahnbetrieb denn einer Tram. Das Betriebsprogramm konnte hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes nicht verifiziert werden, die Kursnummern sind bei Eisenbahnen nicht üblich und daher fiktiv. Dennoch habe ich mich entschlossen, den erarbeiteten Plan hier zur Verfügung zu stellen:

Die Pläne sind in der .zip-Datei enthalten.

Ausbaupläne

Es gibt vielfältige Projekte für eine Erweiterung des Tramnetzes in Zürich, die meisten sind allenfalls in der Vorplanung bzw. Netzprojektion. Zwei Teilstrecken sind allerdings weiter gediehen. Die eine soll Ende 2017 in Betrieb gehen, die andere bis 2022 zumindest in den ersten Abschnitten realisiert werden.

Bauzustand Hardplatz

Die Bauarbeiten am Hardplatz gehen langsam zuende. Ende 2017 soll die Strecke links im Linienbetrieb die Verbindung über die Hardbrücke in Richtung Altstetten und Escher-Wyss-Platz herstellen. Noch wird in der Wendeschleife planmäßig gekehrt! Solo-Tram 2000-Tw 2041 kommt gerade nach Durchfahren der Schleife in der Haltestelle an.

Eine kurze Verbindungsstrecke vom Hardplatz, der derzeitigen Endhaltestelle der Linie 8, auf der Hochstraße "Hardbrücke" über den Bahnhof Hardbrücke zur Haltestelle Schiffbau der Linie 4 soll zum kommenden Fahrplanwechsel in Betrieb gehen. Der damit an das Tramnetz angeschlossene Bahnhof entwickelt sich zu einem wichtigen Umsteigepunkt für Verbindungen in die Region.

Vom Bahnhof Altstetten aus bzw. von der derzeitigen Endhaltestelle der Linie 2 Farbhof aus soll die Limmattalbahn bis 2022 gebaut werden. Sie erschließt die Stadtrandgemeinden Schlieren, Urdorf, Dietikon, Killwangen und Spreitenbach im Kanton Aargau im Limmattal mit 27 Haltestellen und einer Länge von 13,4km. Der erste Abschnitt bis Schlieren soll noch bis 2019 als Verlängerung der Linie 2 in Betrieb gehen. Letztlich wird nicht die VBZ den Betrieb führen, vielmehr ist die BDWM Transport AG als künftiger Betreiber ausgewählt worden, die vom Depot Dietikon Müsli aus mit Zweirichtungsfahrzeugen von über 40m Länge die Fahrten durchführen soll. Im stadtnahen Abschnitt wird diese Linie die O-Buslinie 31 ersetzen, die mit Doppelgelenkbussen betrieben wird.




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