Tram in Genf (CH)

Unternehmen

Die Straßenbahn in Genf wird wie der übrige Stadtlinienverkehr von einem öffentlichen Verkehrsunternehmen, TPG, einem Regiebetrieb des Kantons Genf, betrieben. Die Gesellschaft, Transports Publics Genevois, hat einen eigenen Internetauftritt unter www.tpg.ch. Dort sind auch Fahrplaninformationen verfügbar.

872 + 1805

Zwei Fahrzeuggenerationen begegnen sich an der provisorischen Endstelle Bernex P&R der Linie 14: links ist Cityrunner 872 als Kurs 33 gerade angekommen, rechts wartet Tango 1805 als Kurs 31 auf seine kurz bevorstehende Abfahrt. Bis Ende 2017 soll die Endstelle weiter stadtauswärts um mehrere Haltestellen verschoben werden.

Auch in der Region Genf gibt es einen Verkehrsverbund: unireso. Hierzu gehören nicht nur die TPG, sondern auch die SBB und weitere Busunternehmen für den Umlandverkehr nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Frankreich.

Das Liniennetz

Genf hatte in früheren Zeiten ein umfanreiches Tramnetz, welches bis 1969 auf eine einzelne Linie schrumpfte, die im wesentlichen der heutigen Linie 12 zwischen Carouge und Moillesulaz entsprach. Ab den 1990er Jahren begann der systematische Ausbau der Tram, der auch heute noch nicht abgteschlossen ist. Inzwischen gibt es 7 Linienäste. Wurden bis 2011 zahlreiche Linien mit größeren Taktabständen eingerichtet, die sich auf den Ästen überlagerten, wurde die Zahl der Linien reduziert und dafür eine kürzere Taktfolge eingesetzt. Damit wurde zwar die Zahl der Direktverbindungen verringert, die Betriebsstabilität jedoch deutlich erhöht.

1803

Haltestelle Stand in der Stadtmitte: Tango 1803 fährt als Kurs 64 auf der Linie 15 in Frahrtrichtung Palettes.

Heute verkehren noch 4 Linien mit den Nummern 12, 14, 15 und 18.

Die Linien-Fahrzeuge

Drei Fahrzeugfamilien stehen heute für den Linienverkehr zur Verfügung.

Jüngste Anschaffung sind 32 TANGO aus dem Hause Stadler. Die 10achser sind 44m lange Zweirichtungsfahrzeuge und wurden zwischen 2011 und 2014 beschafft.

Die 39 Bombardier Cityrunner aus den Jahren 2004/5 und 2009/10 sind ebenfalls Zweirichtungsfahrzeuge und 42m lang.

Aus den Jahren 1987 bis 1989 stammen die 48 DÜWAG-VeVey-Fahrzeuge, die zunächst als 21m lange 6achsige Einrichtungsfahrzeuge geliefert wurden. 22 Stück wurden durch Einfügung eines Mittelteils zu 30m langen 8achsern umgebaut.

887

Fahrzeuggedränge an der Endhaltestelle Meyrin-Gravière: Cityrunner 997 muß vor der Haltestelle warten, weil beide Gleise der Kurzwendeanlage noch von Zügen besetzt sind.

Der Fahrzeug-Einsatz

Die Linie 14 hat an beiden Endstellen, die Linie 18 am CERN keine Wendeschleife, außerdem gibt es auf beiden Linien Mittelbahnsteige, dehalb müssen dort Zweirichtungsfahrzeuge eingesetzt werden. Auch die Linie 15 hat an der Haltestelle Palettes keine Wendeschleife; solange es also keine Linienverbindung zwischen der Linie 15 und der ebenfalls dort endenden Linie 12 gibt, müssen auch auf der Linie 15 Zweirichtungsfahrzeuge eingesetzt werden.

Die DÜWAG-VeVey-Fahrzeuge werden im Zugverband (in der Regel ein führender 6achser, dahinter ein 8achser, ausnahmsweise auch zwei 6achser hintereinander) montags bis samstags auf der Linie 12 eingesetzt. Wegen der Einstiegsverhältnisse (Mittelflur) und der schlechteren Aufsicht im zweiten Zugteil werden die Züge abends gegen Zweirichtungsfahrzeuge ausgetauscht, die auf den anderen Linien nicht mehr benötigt werden, und die Linien 12 und 15 werden verbunden betrieben. Sonntags erfolgt ganztägig ein Verbund der Linien 12 und 15.

Der Betriebshof befindet sich an der Haltestelle Bachet-de-Pesay der Linie 12. Die Ausrückfahrten der übrigen Linien erfolgen nicht nur über die Linie 12 über Carouge, sondern auch über Palettes und Etoile der Linie 15, ebenso die Einrückfahrten. Wagen, die abends auf die Kombi-Linie 12/15 übergehen, werden bis Palettes geführt und setzen dort die Fahrt auf der neuen Linie fort.

Die Umlaufpläne

Betriebsprogramme gibt es für montags bis freitags (Schule), dito Ferien, samtags und sonn- und feiertags.

821+840

Die Haupteinkaufsstraße Genfs wird nur von der Tram und von O-Bussen befahren. Ein Zugverband aus DÜWAG-Vevey-6achser 821 (führend) und -8achser 840 verkehrt als Kurs 13 der Linie 12 in Richtung Moillesulaz und erreicht gleich die Haltestelle Rive. Dieser Zugverband ist mittlerweile das typische Gespann aus Einrichtungswagen in Genf.

Die Linie 18 ist auf dem Südabschnitt eine Verstärkung der Linie 12, auf dem Nordabschnitt fährt sie weitgehend parallel zur Linie 14. Deshalb wird sie in der Regel im doppelten Takt der anderen Linien bedient (z.B. Takt alle Linien 5 Minuten, Linie 18 10 Minuten).

Wegen der Fahrzeugübergänge werden die Kursnummern nur einmal nach Nummernblöcken in der Reihenfolge des Ausrückens vergeben; Abweichungen sind historisch bedingt durch zwischenzeitliche Änderungen.

Die Nummernblöcke sind wie folgt aufgeteilt:

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 ist leider aus Kostengründen eine Taktausdünnung zu erwarten. Statt des 4-Minuten-Taktes wird es tagsüber auf den Linien 12 und 15 einen 5-Minuten-Takt geben, statt des 5-Minuten-Taktes auf der Linie 14 einen 6-Minuten-Takt und statt des 10-Minuten-Taktes auf der Linie 18 einen 12-Minuten-Takt.

Ausbaupläne

Der Ausbau des Netzes geht weiter: da Genf von drei Seiten an Frankreich grenzt, werden gleich meherere grenzüberschreitende Linien projektiert:

803+813

Ausnahmsweise kommen auch zwei DÜWAG-VeVey-6achser als Zugverband zum Einsatz: die Wagen 803 (führend) und 813 begegnen uns als Kurs 16 der Linie 12 an der aufgegebenen Haltestelle Rive auf der Insel des Kreisverkehrs; die neue Haltestelle befindet sich in der Fußgängerzone.

Konkret vor der Realisierung stehen die Verlängerung der Linie 18 vom CERN ins französische Saint-Genis-Pouilly und der Linie 12 von Moillesulaz in Richtung Annemasse. Beide Projekte sind für 2016 vorgesehen.

Die Verlängerung der Linie 14 von Bernex P&R bis Vailly wird sich voraussichtlich bis Ende 2017 verzögern.

Projektstudien zur Verlängerung gibt es für die Linie 15 von Nations Richtung Palexpo und weiter ins französische Ferney-Voltaire sowie für eine Strecke von der Haltestelle Trèfle-Blanc an der Linie 12 nach Saint-Julien-en-Genevois in Frankreich werden ebenfalls erarbeitet.

Für den weiteren Fahrzeugbedarf besteht eine Option auf weitere 24 TANGO von Stadler.




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