Tram in Graz (A)

Unternehmen

Die Tram, in Graz "Bim" genannt, wird von einem städtischen Dienstleistungsbetrieb, der Holding Graz GmbH, betrieben, der darüber hinaus für zahlreiche weitere Sparten wie etwa den Betrieb der Bäder oder Friedhöfe zuständig ist.

Der Geschäftsbereich Verkehrsbetrieb trägt die Bezeichnung "Linien" und hat im Gesamtauftritt der Holding seinen eigenen Internet-Auftritt unter www.holding-graz.at/de/linien.html. Dort sind umfangreiche Fahrplaninformationen und weiteres Interessantes abrufbar.

608

Der Hochflurwagen mit Niederflurmittelteil von SGP mit der Wagennummer 608 steht in der Wendeschleife Eggenberg/Unfallkrankenhaus und wartet auf seinen Einsatz auf der Linie 1 Richtung Mariatrost.

Das Angebot der Straßenbahn in Graz ist in den das ganze Bundesland Steiermark umfassenden Verkehrsverbund, den Steirischen Verkehrsverbund, eingebunden. Dieser bietet auf seinen Internet-Seiten ebenfalls ein umfangreiches Informationsangebot, u.a. mit Fahrplänen. Die Adresse: www.verbundlinie.at.

Das Liniennetz

Das Liniennetz in Graz ist zentral ausgerichtet auf die Achse zwischen Hauptplatz und Jakominiplatz in der Altstadt, die von allen planmäßigen Tageslinien befahren wird. Zentraler Umsteigepunkt der Tramlinien untereinander sowie zu den Buslinien ist der Jakominiplatz.

6 Linien fahren tagsüber durch Graz, sie tragen die Bezeichnungen 1, 3, 4, 5, 6 und 7. Zwei Linien, die Linien 4 und 5, sind eher in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, die übrigen Linien verkehren in West-Ost-Richtung und verbinden damit in dichter Fahrzeugfolge auch den gut 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt liegenden Hauptbahnhof mit der Alt- und Innenstadt.

Andritz

In Andritz haben die Linien 4 und 5 eine gemeinsame Endhaltestelle. Zwei Cityrunner im Ganzreklameanstrich, leider auch in Graz und gerade bei diesem Wagentyp weit verbreitet, sind dort anzutreffen. Links Tw 656 auf der Linie 4, der gleich nach Liebenau zurückkehren wird, rechts Tw 659 auf der Linie 5, der seinen Einsatz nach Puntigam abwartet.

Im Spätverkehr und an Sonn- und Feiertagen entfallen die Ergänzungslinien 3 und 6 auf dem Westast in Richtung Hauptbahnhof. Die Ostäste dieser Linien werden durch kurzgeführte Linien 13 und 26 bedient, die am Jakominiplatz enden (Linie 26) oder, wie die Linie 13, mit dem Südast der Linie 4 verknüpft werden. Dann wird auch die Linie 4 eingestellt, die Linie 5 bedient in diesen schwächer belasteten Zeiten den Nordast alleine.

Nicht unerwähnt bleiben sollen zwei weitere Liniensignale: 16 und 24. Sie werden für Verstärkungskurse der Linien 6 und 4 genutzt, die nicht den kompletten Linienverlauf befahren: die Linie 16 verkehrt zwischen Jakominiplatz und Schulzentrum St. Peter, die Linie 24 zwischen Jakominiplatz und Stadion Liebenau.

HBF

Unter dem Bahnhofsvorplatz, dem Europaplatz, liegt die Tram-Haltestelle Hauptbahnhof. Sie und der anschließende Tunnel unter den Eisenbahngleisen ermöglichten es, auch die Linien 1 und 7 zum Hauptbahnhof zu führen; früher fuhren sie am Rande des Bahnhofsplatzes vorbei durch die Straßenunterführung.

Strecken und Betriebshöfe

Das Tramnetz in Graz liegt weitestgehend im Straßenraum und muß sich die Fahrbahn mit dem motorisierten Individualverkehr teilen. Größere Abschnitte mit eigenem Gleiskörper gibt es stadtnah auf der Achse Hauptplatz - Waagner-Biro-Straße mit der unter dem Bahnhofsvorplatz gelegenen Haltestelle Hauptbahnhof und einem längeren Tunnel unter den Eisenbahngleisen sowie südlich der Altstadt zwischen Finanzamt und Messe und weiter Richtung Stadion Liebenau und Murpark. Außerhalb der Innenstadt sind die Endabschnitte in Andritz sowie die (größtenteils) eingleisigen Abschnitte in Puntigam sowie zwischen Hilmteich und Mariatrost abgetrennt trassiert.

Betriebshof

Alt und neu nebeneinander: Auf der Reserveaufstellfläche der Remise Steyerergasse stehen nicht mehr im planmäßigen Linienverkehr eingesetzte Altbaufahrzeuge neben Variobahnen, die auf einen Werkstattaufenthalt oder die Inbetriebsetzung warten.
Von links nach rechts: Triebwagen 582, 227, 223 vor einer weiteren Variobahn, 230, 583, 268 (vor einem weiteren Triebwagen) und 535. Ganz rechts im Bild, fast vollständig verdeckt, stehen noch 279 und 581.

Zwei Betriebshöfe stehen für die Tram zur Verfügung. Remise 1 befindet sich in der Steyerergasse und wird über ein Gleisdreieck an der gleichnamigen Haltestelle an den Südast der Linien 4 und 5 angebunden. Dort befindet sich auch die (neue) Remise 2.

Remise 3 ist an der Eggenberger Straße duch ein Gleisdreieck nahe der Haltestelle Alte Poststraße an den Westast der Linien 1 und 7 angebunden.

Von der Steyerergasse werden alle Linien gefahren, vom Betriebshof an der Alten Poststraße nur die Ost-West-Linien, also nicht die Linien 4 und 5. Im regulären Betriebsablauf rücken einige Züge nicht in den Herkunfts-, sondern in den jeweils anderen Betriebhof ein; das deutet darauf hin, daß in der Remise 3 keine oder nur kleinere Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Die Linien-Fahrzeuge

Auch in Graz ist die Umstellung auf Niederflurfahrzeuge in vollem Gange, aber 2014 sind noch zahlreiche ältere Fahrzeuge in Hochflurtechnik im Einsatz.

Neueste Fahrzeuggeneration ist die Variobahn von Stadler, 5teilige, 6achsige Einrichtungsgelenkwagen mit einer Länge von 27m. Sie tragen Fahrzeugnummern ab 201. 45 Fahrzeuge sollen in mehreren Tranchen von 2009 bis 2015 geliefert werden, bei meinem Besuch Anfang Juli 2014 konnte ich Fahrzeug 226 im Betrieb und 232 in der Werkstatt sichten.

Die Fahrzeuge sind 10 cm breiter als die früher beschafften, noch nicht alle Strecken sind dafür eingerichtet. Nach meinen Beobachtungen werden diese Fahrzeuge derzeit (Juli 2014) nicht auf den Linien 1 und 3 eingesetzt.

211

Variobahn-Triebwagen 211 ist auf der Linie 7 in Richtung Wetzelsdorf unterwegs. Gleich wird er die Haltestelle Baierdorf erreichen.
Elegant wirkt das Design in leicht bronziertem Silber (Kopf) und aluminiumweiß.

Aus den Jahren 2000 und 2001 stammen 18 Cityunner aus dem Hause Bombardier. Der Fahrzeugtyp entspricht vom Aufbau her den Variobahnen, hat aber eine ganz andere Form: gerundete Köpfe sind sein Markenzeichen. Sie tragen die Fahrzeugnummern 651 bis 668.

651

Cityrunner 651 ist in der Fußgängerzone, der Herrengasse, unterwegs und wird gleich die Haltestelle Hauptplatz, vom Jakominiplatz kommend, erreichen.
Die Lackierung entspricht dem damaligen corporate identity-Fahrzeugdesign, welches noch an vielen Bussen so zu finden ist.

Dem Stadtbahnwagen N6 aus dem Hause DÜWAG nachempfunden sind 12 in den Jahren 1986 und 1987 gelieferte 2teilige und 6achsige Hochflurwagen, denen 1999 ein Niederflurmittelteil mit weiterem Drehgestell beigefügt wurde. Die aus dem Hause Simmering-Graz-Pauker SGP stammenden Fahrzeuge sind jetzt ebenfalls 27m lang und tragen die Nummern 601 bis 612.

Ebenfalls in DÜWAG-Lizenz gebaut wurden 1978 von SGP klassische 8achser in 3teiliger Hochflurbauweise. Diese Fahrzeuge tragen die Nummern 501 bis 510. Diesen Fahrzeugen entsprechen aus Duisburg gekaufte, etwas längere Fahrzeuge der Baujahre 1971 bis 1973. Von den ursprünglich 17 Wagen mit den Nummern 521 bis 537 konnte ich im Juli 2014 immerhin noch einige Fahrzeuge im Fahrgastverkehr beobachten.

Weitere, noch ältere Fahrzeuge sind teilwesie noch vorhanden, einen Fahrgasteinsatz konnte ich jedoch nicht mehr feststellen. Es ist davon auszugehen, daß mit dem fortschreitenden Einsatz der Variobahnen die Hochflurfahrzeuge wohl ab 2015 aus dem Grazer Linienverkehr verschwinden werden.

Der Fahrzeugeinsatz

Die Fahrzeuge werden gemischt von beiden Betriebshöfen auf allen Linien eingesetzt, natürlich unter Berücksichtigung der streckenseitigen Einschränkungen für die Variobahnen. Es ist (selbstverständlich) die Tendenz erkennbar, den Einsatz von Hochflurfahrzeugen auf Tageskurse zu beschränken, um im Spätverkehr mit ausgedünnten Takten weitestgehend Niederflurfahrzuge anbieten zu können - ganz gelingt dieses jedoch offenbar nicht.

533

Hochflurfahrzeuge in der Fußgängerzone: Kurz vor der Haltestelle Hauptplatz in Fahrtrichtung Norden/Westen treffen wir den ex-Duisburger Triebwagen 533, übrigens den einzigen mit Totalwerbung, auf seiner Fahrt auf der Linie 6. Er muß warten, bis sein Schwesterfahrzeug die Haltestelle geräumt hat.

Werktags während der Schulzeit ergibt sich im Juli 2014 folgendes Bild:

Domäne der Variobahnen ist die Linie 7, die fast ausschließlich damit betrieben wird, einzelne Cityrunner und Hochflurfahrzeuge sind dort ebenso vertreten.

Die Linien 4 und 5 werden gemischt mit Cityrunnern und Variobahnen gefahren, dazu traf ich einzelne Fahrzeuge der übrigen Serien an.

Die Linien 3 und 6 verkehren etwa je zur Hälfte mit Niederflur- und Hochflurfahrzeugen, wobei auf der Linie 3 keine Variobahnen eingesetzt werden.

Die Linie 1 wird dominiert von den SGP-N8, die -abgesehen von einzelnen Hochflurfahrzeugen- den Betrieb bewältigen.

Die Kurse, die in der morgentlichen Verkehrsspitze eingesetzt werden, werden in der Regel mit Hochflurfahrzeugen gefahren, die Linien 16 und 24 mit Cityrunnern.

Betriebliche Besonderheit

Konflikte zwischen Schienenverkehrsmitteln und Ladeverkehr insbesondere in engen Straßen sind vorprogrammiert. Eine besonders interessante und wohl einmalige Lösung habe ich in Graz gefunden. Dafür gibt es sogar eine Extraseite !!!

Das Kursnummernsystem

Die Kurse werden in der Regel linienrein eingesetzt, in der Hauptverkehrszeit und bei den E-Linien kommt es allerdings zu Übergängen, dabei werden die Kursnummern komplett geändert, sofern nicht die gleiche laufende Nummer bei der zweiten Linie verfügbar ist.

Die Kursnummern bestehen aus der Liniennummer und einer zweistelligen fortlaufenden Nummer, beginnend mit 01. In der Regel werden die Nummern fortlaufend vergeben, Kurs 02 folgt 01, Kurs 03 folgt 02 usw..

Ausfahrt Zentralfriedhof

Im Regelverkehr ist hier keine Tram zu finden: bei der Ausfahrt von der Zwischenschleife am Zentralfriedhof muß sich der Fahrer der Variobahn 201 mit dem Gegenverkehr abmühen.
An diesem Vormittag wurde die Strecke der Linie 5 zwischen Zentralfriedhof und Puntigam gesperrt, um auf der abgesicherten Strecke Bremsproben eines Fahrzeuges durchzuführen. So kam die Schleife am Friedhof zu Betriebsehren und der Fahrgast auf dem Weg von und nach Puntigam zum Schienenersatzverkehr.

Ausnahmen bilden die Kurse, die nur in der Hauptverkehrszeit eingesetzt werden. Diese bekommen Nummern, die höher sind als die Nummern der den Tag über durchlaufenden Kurse. Beispiel: Die Kurse 01 bis 06 laufen den ganzen Tag über, die morgentlichen HVZ-Kurse zur Taktverdichtung bekommen die Nummern ab 07.

Kurs 01 ist in der Regel der erste Kurs, der auf Strecke geht. Ist dieser Kurs ein HVZ-Kurs, bekommt die Kursnummer 01 der letzte vor dem Kurs 01 liegende, den ganzen Tag durchlaufende Kurs.

Kurse, die erst zur Nachmittags-HVZ ausrücken, bekommen die dann folgenden, noch höheren Kursnummern.

Änderungen kleiner Art können zu Abweichungen von diesen Regeln führen !

Die Umlaufpläne

Betriebsprogramme bestehen für montags bis freitags (Schule), dito. in den Schulferien, samstags und sonn- und feiertags.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Die Wochenendpläne wurden nicht verifiziert und sind deshalb auch nicht hier veröffentlicht!

Weiteres

Graz verfügt über einen schönen Schloßberg mit einer Ruine, hübschen Gärten sowie einem Restaurant mit Biergarten. Natürlich kann man zu Fuß den Berg besteigen, es gibt auch einen kostenpflichtigen Lift.

Bestandteil des Grazer ÖPNV ist jedoch die Schloßberg-Bergbahn, die mit regulären Tram- und Busfahrkarten benutzt werden kann.

Bergbahn

Durch das wilde Grün der Gärten auf dem Schloßberg kämpft sich einer der beiden Stadnseilbahnwagen gerade den Berg hinauf und wird gleich in der Bergstation ankommen.
Der oben komplett verglaste Wagenkasten bietet eine gute sicht bei der Auf- oder Abfahrt.




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