Tram in Hannover

Unternehmen

Die Tram in Hannover ist schon lange keine Straßenbahn mehr, sondern eine Stadtbahn. Sie wird allerdings nach wie vor von der Üstra, der Überlandstraßenbahn Hannover, betrieben. Das Unternehmen sieht im Jahr 2012 auf eine 120jährige Geschichte zurück.

2 Züge TW6000

Sie prägten jahrelang in den 80er und 90er Jahren den schienengebundenen Nahverkehr in Hannover: Triebwagen des Typs TW6000 in Doppeltraktion. Hier begegnen sich zwei Kurse an der Haltestelle Steintor. Die Linie 10 befährt die einzige verbliebene oberirdische Innenstadtstrecke.

Das Unternehmen hat einen eigenen Internet-Auftritt, der unter www.uestra.de zu finden ist. Dort sind Fahrplaninformationen verfügbar, ebenso wie im Auftritt des Verkehrsverbundes Großraumverkehr Hannover (GVH), dessen Internet-Auftritt unter www.gvh.de zu erreichen ist.

Das Liniennetz

Das Liniennetz besteht heute aus 12 Linien und seine Struktur wird wesentlich durchdie Bündelung in den drei Tunnelstrecken der Innenstadt plus der einen verbliebenen oberirdischen Strecke bestimmt. Damit werden nicht nur wesentliche Teile der niedersächsischen Landeshauptstadt erschlossen, auch mehrere Nachbargemeinden im "Speckgürtel" werden erreicht.

Laatzen

Morgentlicher Rangierbetrieb in Laatzen zwecks Verstärkung der Züge der Linie 1 auf Dreifachtraktion: Im Hintergrund rechts ist gerade ein Zug der Linie 1 aus Langenhagen eingetroffen, links wartet ein Verstärkungswagen darauf, an diesen Zug angekuppelt zu werden. Im Vordergrund steht Triebwagen 2002 und wartet auf seinen Einsatz, die Verstärkung eines weiteren Zuges.

Der älteste Tunnel, A-Tunnel, verbindet die Stadtteile List und Linden-Süd und nimmt die drei Linien 3, 7 und 9 auf. Mit den Haltestellen Hauptbahnhof und Kröpcke wurde nicht nur die Innenstadt erschlossen, es wurden auch zwei Netz-Verknüpfungspunkte angelegt, von denen einer allerdings bislang nicht realisiert wurde.

Der B-Tunnel bündelt die Linien 1, 2 und 8 und verbindet Vehrenwald mit der Südstadt. Zwischen Hauptbahnhof und Kröpcke verläuft die Linie parallel zur A-Strecke; am Hauptbahnhof besteht richtungsweise eine Umsteige- und Anschlußverbindung zwischen den Linienbündeln. Mit dem Aegidientorplatz wird der dritte Netzknoten (teil-)errichtet.

Der C-Tunnel mit den Linien 4, 5, 6 und 11 verbindet Herrenhausen und Nordstadt auf der einen Seite mit Bult und Kleefeld auf der anderen Seite. Diese Linie läuft parallel zur B-Linie zwischen Kröpcke und Aegidientorplatz, wo -wie am HBF zwischen A- und B-Linie- eine Umsteige- und Anschlußbeziehung richtungsweise zwischen dem B- und dem C-Linienbündel eingerichtet wurde. Die Linie 11 war ursprünglich nicht vorgesehen, vielmehr sollten die kurzen Linienäste zum Zoo und zur Haltenhoffstraße künftig mit Bussen bedient werden - doch im Laufe der Entwicklung war eine Einstellung politisch nicht mehr durchsetzbar.

Vier Grenzen

Zwei Generationen begegnen sich an der Haltestelle Vier Grenzen: Eine aus TW6000 gebildete Doppeltraktion fährt als Linie 7 nach Wettbergen, ein kurzgekoppelter Doppeltriebwagen des Typs 2000 auf der Linie 3 nach Altwarmbüchen.

Projektiert, doch wohl nicht mehr realisiert wird der D-Tunnel. Er sollte, von Linden-Nord kommend, die Innenstadt nördlich in einem Halbkreis umrunden, am Steintor die C-Linie und am Hauptbahnhof die A- und B-Linie kreuzen und in der Oststadt enden. Die bereits erbrachten Vorleistungen bei den Knotenpunkt-Haltestellen Steintor und Hauptbahnhof werden wohl vergeblich gewesen sein. Zur Zukunft mehr unten (Weitere Entwicklung).

Dennoch gibt es die Linie 10, die für den D-Tunnel vorgesehen war, schon, nur führt sie als einzige oberirdisch durch das Stadtgebiet, vom Steintor über den Bahnhofsvorplatz zum Aegidientorplatz. Dort fährt ebenfalls die Linie 17, eine ursprünglich nicht vorgesehene Ergänzungslinie, die Linden-Süd mit dem Lindener Zentrum verbindet.

Altwarmbüchen

Wendeanlage Altwarmbüchen: Eine Dreifachtraktion des Typs TW2000, vorne der Triebwagen mit zwei Fahrerständen, hinten der kurzgekoppelte Doppeltriebwagen mit jeweils einem Fahrerstand, wendet gerade. Rechts ist ein Einzeltriebwagen abgestellt und wartet auf seinen Verstärkereinsatz als drittes Fahzeug eines Kurses.

Die Fahrzeuge kommen aus den Betriebshöfen Glocksee (A- und D-Linien), Döhren (B-Linien) und Leinhausen (C-Linien). Einige Kurse der Linien 6 und 11, die dem C-Linienbündel angehören, kommen ebenfalls aus Döhren. Ein morgentlicher Verstärkungskurs der Linie 8 kommt vom Betriebshof Glocksee.

Die Linien-Fahrzeuge

In den 80er Jahren gab es nur einen Fahrzeugtyp, der von 1975 bis 1992 in mehreren Bauserien in insgesamt 260 Exemplaren von der DÜWAG oder von Linke-Hofmann-Busch gebaut wurde, eine der größten Serien, die jemals für einen deutschen Verkehrsbetrieb gebaut wurde, und die bei ihrem Erscheinen dank ihrer knallgrünen Lackierung für Aufsehen sorgte. Die ältesten 100 Exemplare dieses TW6000 genannten Fahrzeugs und einige mehr sind mittlerweile verschrottet oder verkauft, nachdem im Jahr 2000 der starke Zusatzverkehr zur Weltausstellung EXPO abgewickelt worden war.

Anläßlich dieser Weltausstellung wurden in den Jahren 1997 bis 2000 der zweite Fahrzeugtyp, als TW2000 bezeichnet, in zwei Ausführungen beschafft, ebenfalls von Linke-Hofmann-Busch. Die sechsachsigen Fahrzeuge fallen durch ihren Bauch auf, oberhalb des Fußbodens ist das Fahrzeug breiter angelegt, um im Fahrgastraum mehr Platz zu schaffen. Das Design ist ebenfalls auffällig, die Fahrzeuge sind silberfarben.

Noltemeyerbrücke

Die Haltestelle Noltemeyerbrücke wurde erst nachträglich in dieser besonders gestalteten Form errichtet, hier war zuvor jahrelang ein Engpaß wegen der fehlenden Breite der Brücke über den Mittellandkanal. Gerade begegnet uns ein TW6000-Zug auf der Linie 7 zur vorläufigen Endstelle Schierholzstraße. 2013 soll die Linie nach Misburg verlängert werden.

96 der Triebwagen haben nur einen Fahrerstand und werden kurzgekoppelt in Doppeltraktion eingesetzt. Weitere 48 Fahrzeuge haben zwei Fahrerstände.

In der Beschaffung befindet sich derzeit eine neue Fahrzeugtype, die TW3000 genannt wird.

Der Fahrzeug-Einsatz

Grundsätzlich werden auf den Hannoverschen Stadtbahnlinien Züge in Doppeltraktion eingesetzt, auf den Linien 11 und 17 ausschließlich Solo-Triebwagen. Einige wenige Kurse werden abends geschwächt.

Auf den Linien 1, 3 und 4 fahren werktags in den Hauptverkehrszeiten Dreifachtraktionen des Typs TW2000, auf der Linie 4 mittlerweile durchgehend bis zum frühen Abend. Ebenso werden einige Kurse der Linie 6 morgens verstärkt. Maximal, etwa für den Messeverkehr, können im Fahrgastverkehr Vierfachtraktionen aus TW2000 oder Dreifachtraktionen aus TW6000 eingesetzt werden, die allerdings nicht an allen Haltestellen halten können.

Auf den Linien 5, 9, 10 und 17 werden ausschließlich TW6000 eingesetzt, ebenso auf den Kursen der Linie 2, die abends im Y-Verkehr eingesetzt werden.

Betriebliche Besonderheiten

Y-Verkehr der Linien 2 und 8

Abends und sonntags ganztägig werden die Linien 2 und 8 gemeinsam betrieben. Ein Doppeltriebwagen kommt von der Endstelle Alte Heide als durchgestichene 2 beschildert an der Haltestelle Peiner Straße an und wird dort aufgetrennt. Der erste Triebwagen fährt als Linie 2 nach Rethen weiter, der hintere mit neuer Kursnummer zur Messe/Nord. Von dort kommend fährt dieser Triebwagen ab Bothmerstraße als führender Triebwagen nach Alte Heide zurück, der aus Rethen kommende Triebwagen wird angehängt, der Kurs endet dort und geht auf einen folgenden, an der Peiner Straße beginnenden Kurs Richtung Messe über. Wegen der unterschiedlichen Streckenlängen nach Rethen und zur Messe finden nicht die gleichen Fahrzeuge wieder zusammen, deshalb muß die Linie, soweit die Kurse am Y-Verkehr beteiligt sind, typenrein betrieben werden.

Drei Solo-TW2000

Im Linienverkehr sind sie nicht anzutreffen, als Dienstwagen aber unterwegs: eine Dreifachtraktion aus drei TW2000 mit jeweils zwei Fahrerständen. Linieneinsätze werden regelmäßig mit einem kurzgekuppelten Doppeltriebwagen und einem Fahrzeug mit zwei Fahrerständen gefahren.
Gerade hat diese Einheit den Betriebshof Döhren verlassen, um nach Rethen zu fahren. Dort wird der Zug aufgelöst und die Einzelfahrzeuge jeweils einem Zug der Linie 1 zur Verstärkung beigestellt.

Dreifachtraktion auf der Linie 1

Zwischen Rethen und Sarstedt verkehren keine Dreifachtraktionen. Aus Langenhagen kommend wird an der Haltestelle Rethen/Nord der hinten laufende dritte Wagen abgehängt, in das Überholgleis der Wendeschleife Rethen der Linie 2 gezogen und anschließend wieder an der Haltestelle Rethen/Nord einem Zug der Linie 1 hinten beigestellt. Wegen der Fahrplanlage der Fahrten werden hierfür trotz 20-Minuten-Taktes 2 Fahrer benötigt.

Zur Verstärkung benötigte Fahrzeuge werden überwiegend als Dienstzug leer nach Laatzen und Rethen gefahren und dort beigestellt und dort auch wieder abgehängt und als Dienstzug zurückgeführt. Je ein Fahrzeug wird an der Haltestelle Peiner Straße direkt beigestellt oder abgehängt. Ein Kurs (Kurs 7) wird morgens ganz aufgelöst, die Fahrzeuge verteilt. Fünf dritte Wagen verbleiben am Vormittag in Langenhagen.

Kurse, die nach Rethen fahren, führen den dritten Wagen hinten, solche die nach Laatzen fahren, vorne. Entsprechend werden die Fahrzeuge beigestellt.

Dreifachtraktion auf den anderen Linien

Auf der Linie 3 fahren die dritten Wagen in Richtung Wettbergen vorne, da sie zwischen den Hauptverkehrszeiten (bis auf ein Kurs) in Altwarmbüchen abgehängt werden. Die Leerfahrzeuge werden in die Abstellanlage Buchholz gezogen, der letzte abgehängte Wagen wird in Altwarmbüchen abgestellt.

Auf der Linie 4 fahren die dritten Wagen in Richtung Garbsen vorne. Auf der Linie 6 fahren bei den vom Betriebshof Döhren stammenden Kursen die dritten Fahrzeuge in Richtung Nordhafen vorne und werden dort zwischenzeitlich abgestellt bzw. abgehängt und als Dienstwagen abgezogen. Für die vom Betriebshof Leinhausen kommenden Kurse gilt das entsprechend in Richtung Messe/Ost.

Rethen

Betrieb in der Nachmittags-Hauptverkehrszeit in Rethen: Im Innenkreis wartet ein Planzug der Linie 2 auf seine Abfahrt in Richtung Alte Heide, außen wartet ein gerade abgehängter Verstärkungswagen der Linie 1 auf seinen Wiedereinsatz. Gleich wird er von einem Fahrer wieder zur Haltestelle Rethen/Nord gefahren und dort an einen von Sarstedt kommenden Zug der Linie 1 hinten angekuppelt.

Die Umlaufpläne

Betriebsprogramme gibt es für werktags montags bis donnerstags, freitags mit Nachverkehr, samstags und sonn- und feiertags. Zusatzfahrten entfallen während der Schulferien, ebenso die Verstärkung auf Dreifachtraktionen. Während der Messe-Großeinsätze gelten andere Regeln einschließlich der Änderung der Linien 1, 2 und 8.

Mangels Verifizierung werden die Pläne für freitags und das Wochenende erst später veröffentlicht.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Weitere Entwicklung

Im Bau ist die Nordverlängerung der Linie 7 um drei Haltestellen von der Haltestelle Schierholzstraße nach Misburg. Die Eröffnung ist für 2013 vorgesehen.

Geprüft wird der Bau einer Stadtbahnstrecke von der Wallensteinstraße nach Hemmingen.

Für die oberirdische Innenstadtstrecke wird eine neue Lösung gesucht, dabei stellt sich die Systemfrage: Einerseits soll die Linie ins Hochflursystem integriert werden/bleiben und mit Hochflurbahnsteigen ausgerüstet werden. Da solche Bahnsteige auf dem Bahnhofsvorplatz nicht angelegt werden sollen, wird angedacht, die Linie unter der Eisenbahn hindurch Richtung Raschplatz zu führen und dort enden zu lassen. Das hätte den Vorteil kürzerer Umsteigewege zu den Linien A und B.

Andererseits könnte die Linie als Nukleus eines Niederflursystems auf dem bisherigen Linienweg verbleiben.




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