Straßenbahn in Paris

Paris ist eigentlich nicht richtig, die korrekte Bezeichnung wäre wohl "Île de France", der Großraum Paris mit all den Vorstädten um die Metropole herum.

Wagen 210

Die Pariser TFS sind gegenwärtig ausschließlich auf der Linie T1 eingesetzt. In Noisy-le-sec steht Triebwagen 210 abgestellt zwischen den Hauptverkehrszeiten an der Endstelle.

Unternehmen

Zur Zeit gibt es für die Pariser Straßenbahn zwei Betreiberunternehmen, zum einen RATP, das städtische Pariser Verkehrsunternehmen, zum anderen die SNCF, die mit ihrer Regionalgesellschaft auch für ein Tram-Train-Projekt steht.

Netz Paris aktuell

Das aktuelle Netz ist auch als .pdf-Datei zu erhalten.

Beide Unternehmen verfügen über einen Internet-Auftritt, über den auch Fahrplannformationen abzurufen sind. Die Adressen: www.ratp.fr und www.transilien.com für die Regionalsektion der SNCF.

Wagen 207

Durch die Innenstadt von Saint-Denis fährt Wagen 207 auf der Linie T1 und wird in Kürze seine Endstelle am Bahnhof erreichen.

Die Planungs- und Bestellerorganisation ist STIF, auch sie hat unter www.stif.info einen Internet-Auftritt, der auch über die Planungen im Tram-Netz informiert.

Das Liniennetz

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht das Netz aus vier Linien, T1 bis T4, die alle völlig unabhängig von einander sind. Auch wenn sich die Linien T2 und T3 im Süden von Paris treffen, gibt es keine Gleisverbindung. Durch Ausbau der verschiedenen Linien werden sich aber in der Zukunft Verknüpfungen ergeben.

Erste Linie war die Linie T1 in der nördlichen Peripherie der Stadt. Am 06.07.1992 wurde zunächst der Abschnitt zwischen Bobigny und La Courneuve eröffnet und verband damit die Metrolinien 5 und 7, schon am 18.12.1992 wurde die Linie von La Courneuve bis Saint-Denis Gare verlängert. Damit war die Linie 9,1km lang. Am 15.12.2003 kamen noch 2,9km für die Verbindung Bobigny - Noisy-le-sec Gare hinzu. Die Fahrzeit beträgt 45 Minuten für die Fahrt von Endstelle zu Endstelle. Die Linie ist eine konventionelle Tramstrecke, die größtenteils auf einem eigenen Bahnkörper im Verlauf von Straßen, daneben aber auch im Straßenraum und in Fußgängerzonen verkehrt.

Wagen 418

Neues Wagenmaterial auf der Linie T2: Wagen 418 in Issy-Val-de-Seine auf seinem Weg in Richtung La Défense. Im Hintergrund der Betriebshof der Linie.

Am 01.07.1997 nahm die zweite Linie, die Linie T2 ihren Betrieb zwischen La Défense und Issy-Val-de-Seine auf 11,3km auf. Die Strecke besteht im wesentlichen aus einer früheren SNCF-Eisenbahnstrecke am Südwestrand der Stadt parallel zur Seine, die aber für die staatliche Eisenbahngesellschaft unwirtschaftlich geworden ist. Diese Linie wurde am 21.11.2009 von Issy bis zur Porte de Versailles um 2,3km verlängert. Die Fahrzeit beträgt nunmehr 32 Minuten. Auch wenn der Kern der Strecke eine Eisenbahntrasse ist, ist diese Linie kein Tram-Train, sondern eine klassische Tram auf ehemaligen Eisenbahngleisen.

24 Minuten benötigt die Tram der Linie T3 für ihre Strecke auf den Boulevards des Maréchaux südlich der Kernstadt Paris, die am 16.12.2006 eröffnet wurde, ebenfalls wieder eine klassische Tram, mit zur Zeit 7,9km Streckenlänge.

Wagen 419

Auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke gibt es zahlreiche schöne alte Bahnhöfe. Der Kontrast mit den neuen Fahrzeugen macht einen der Reize dieser Tram-Strecke aus.

20 Minuten Fahrzeit verzeichnet der Fahrplan für die am 18.11.2006 eröffnete Linie T4, die bisher einzige und von der SNCF betriebene Tram-Train-Linie im Großraum Paris.

Da alle vier Linien unabhängig sind, haben alle auch eigene Depots. Die Linie T1 wird von Bobigny aus gefahren, die Fahrzeuge der T2 sind in einem Depot in Issy-Val-de-Seine stationiert, die T3-Züge kommen vom Depot nahe der Place Balard und die T4 wird von Noisy-le-sec aus betreut.

Die Linien-Fahrzeuge

Auch in Paris begann das neue Tram-Zeitalter mit dem TFS, dem Standard-Straßenbahnwagen, der für Frankreich entwickelt wurde. Zwei Serien (100er und 200er Nummern) wurden für die Linien T1 und T2 1992 und 1995 mit insgesamt 35 Stück beschafft. Heute sind diese Fahrzeuge ausschließlich auf der T1 im Einsatz.

Wagen 309 und 319

Die westliche Endstelle der T3 auf den Boulevards des Maréchaux mit den langen Citadis-Triebwagen 309 und 319.

2002 wurden für die Linie T2 insgesamt 26 Alstom Citadis 302 (400er Nummern) und 2006 für die Linie T3 insgesamt 21 längere Citadis 402 (300er Nummern) beschafft.

Die SNCF hat im Jahr 2005 für die Linie T4 aus einem größeren Rahmenauftrag an Siemens insgesamt 15 Avanto S70 beschafft, die unter der Baureihenbezeichnung U25500 geführt werden.

Der Betrieb

Betriebsprogramme gibt es für montags bis freitags, werktags und vorfeiertags, samstags, und sonn- und feiertags. Jahreszeitlich gibt es Pläne für die Schulzeit, die Schulferien und die Sommerzeit (Schulferien bzw. Wochen davor und danach).

Die T1 fährt werktags tagsüber alle 5 bis 7 Minuten, in den Ferien alle 6 bis 8 Minuten, im Sommer alle 7 bis 9 Minuten, samstags alle 6 bis 8 Minuten, in den Ferien alle 7 bis 9 Minuten und im Sommer alle 8 bis 10 Minuten, sonntags alle 7 bis 9 Minuten, in den Ferien alle 8 bis 11 Minuten und im Sommer alle 8 bis 10 Minuten. Abends wird alle 20 Minuten gefahren.

Die T2 ist wie folgt getaktet: montags bis freitags in der HVZ alle 4 bis 6 Minuten im Winter, alle 5 bis 7 Minuten in den Ferien und im Sommer, tagsüber alle 8 Minuten im Winter, alle 9 Minuten in den Ferien und alle 10 Minuten im Sommer, samstags alle 7 bis 10 Minuten, im Sommer alle 15 Minuten und sonntags alle 10 bis 12 Minuten im Sommer ebenfalls alle 15 Minuten. Abends wird alle 15 bis 20 Minuten gefahren.

Wagen 318

Auf dem breiten Boulevard ist genügend Platz für einen begrünten eigenen Bahnkörper. Wagen 318 unterwegs als T3.

Die T3 fährt in der HVZ alle 4 bis 5 Minuten, im Juli alle 6 und im August alle 7 Minuten, tagsüber alle 6, im Sommer alle 8 Minuten, abends alle 10 bis 15 Minuten. Samstags fährt alle 8 bis 10 Minuten, im Sommer alle 8 bis 12 Minuten und sonntags alle 8 bis 12 Minuten, im Sommer alle 9 bis 12 Minuten eine Bahn.

Die T4 montags bis samstags tagsüber alle 6 Minuten, abends alle 9 bis 15 Minuten und sonntags tagsüber alle 9 Minuten.

Weitere Ausbauplanung

Alle Linien werden in den kommenden Jahren verlängert und neue Tramlinien kommen hinzu:

Verlängerung der T1 im Westen von Saint-Denis Gare bis Asnières-Gennevillers-Les Courtilles im Jahr 2012 sowie im Osten von Noisy-le-Sec Gare bis Montreuil und Val de Fontenay in mehreren Etappen bis 2019, ferner eine weitere Verlängerung im Westen bis Rueil Malmaison.

Nach Norden von La Défense bis Bezons soll die Linie T2 im Jahr 2012 verlängert werden.

Ende 2012 soll auch die Linie T3 im Osten verlängert werden, um rund 14,5km von der Porte d'Ivry bis zur Porte de la Chapelle. Der Betrieb der dann sehr langen Linie soll an der Porte de Vincennes gebrochen werden in einen südlichen Abschnitt und einen östlichen Abschnitt. Im Westen ist eine Verlängerung bis zur Porte d'Auteuil angedacht.

Ebenfalls Ende 2012 soll im Norden die Linie T5 zwischen Saint-Denis und Garges Sarcelles mit 6,6km Länge in Betrieb gehen.

Avanto Triebwagen 6 und 12

Tram-Train in Paris: Die Triebwagen 6 und 12, beides Avanto S70 von Siemens, warten im Bahnhof von Bondy auf ihren nächsten Einsatz.

Für 2014 ist die T8 von Saint-Denis aus mit zwei Streckenzweigen nach Epinay und Villetaneuse mit 8,5km zur Eröffnung vorgesehen.

Schon vorher, 2013 und 2014, sollen im Süden zwei Tramlinien sur pneu, die Linien T6 und T7, in Betrieb gehen.

2015 ist die Betriebsaufnahme der Tram-Train-Zweigstrecke von Gargan bis Montfermeil der T4 angedacht. Ferner sind Verlängerungen der T2 im Norden und der T8 zwischen Saint-denis und Paris, Porte d'Aubervillers an der T3 sowie einer weiteren Linie im Südwesten im Seine-Tal Gegenstand vorbereitender Studien.




Zum Seitenanfang