Straßenbahn in Nizza

Das Unternehmen

Wie in den meisten Großstädten Frankreichs geschehen, hatte auch Nizza früher ein großes Straßenbahnnetz, sogar mit Überlandlinien. Von Cagnes-sur-Mer im Westen mit Umsteigemöglichkeit auf die Tram Cannes bis Monaco und Menton im Osten erstreckte sich an der Küste der Bedienungsbereich, allerdings ist das schon lange her: die Überlandlinien wurden schon in den 1930ern stillgelegt, die meisten Innenstadtstrecken folgten bald, der Rest hatte 1953 ausgedient.

24 Massena

Oberleitungsloser Betrieb auf der Place Massena: Citadis 402 mit Nummer 24 auf Kurs 11 der Linie T1 in Fahrtrichtung Henri Sappia.

Seit den 1990ern, als die große Renaissance der Tram in Frankreich begann, wurden auch in Nizza Gedanken an das moderne Verkehrsmittel und die mit dem Bau mögliche Stadtentwicklung entwickelt. Im November 2007 war es schließlich so weit: die Tram in Nizza wurde (wieder-)eröffnet.

Verantwortlich für den öffentlichen Nahverkehr in Nizza und Umgebung ist die Departementverwaltung Alpes-Maritimes, deren Sektion unter www.lignesdazur.com über einen eigenen Internetauftritt mit Fahrplaninformationen verfügt. Die Stadt Nizza verfügt in ihrer Internetpräsenz http://tramway.nice.fr über ein Informationsangebot zum Tramausbau.

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Durch die Fußgängerzone wird mit Oberleitung gefahren. Citadis 302 mit der Nummer 4 ist als Kurs 5 der Linie T1 in Richtung Hôpital Pasteur unterwegs.

Das Liniennetz

Zur Zeit gibt es in Nizza eine Tramlinie, bezeichnet als T1. Die Linie führt in einem großen U vom Nordosten der Stadt durch die Innenstadt in den Nordwesten der Stadt. Mit zunächst 21 Stationen auf gut 8km Linienlänge wurde der Betrieb zwischen Henri Sappia und Pont Michel im November 2007 aufgenommen.

Im Juli 2013 wurde die Linie um eine Station von Pont Michel bis Hôpital Pasteur verlängert. Eine weitere Verlängerung an dieser Stelle um etwa 4km bis in die Gemeinde La Trinité wurde zurückgestellt.

Endstelle Hôpital Paseur

Die Endhaltestelle Hôpital Pasteur ist als Kurzwendehaltestelle eingerichtet. Rechts steht der "lange" Triebwagen 16 als Kurs 4 und wird gleich abfahren, links ist der "kurze" Triebwagen 4 als Kurs 5 gerade angekommen.

Der Betriebshof befindet sich am anderen Ende der Linie im Anschluß an die Haltestelle Henri Sappia. Im aufsteigenden Gelände wird die Betriebsstrecke zum Betriebshof über die Tramstrecke hinweg in einer Schleife geführt. Der Betriebshof liegt oberhalb der Haltestelle, ist von außen durch große Fenster einsehbar und überdacht mit einem Parkhaus für Autos.

An zwei Stellen in der Innenstadt, der Place Massena und der Place Garibaldi, würde die Oberleitung der Tram das Stadtbild erheblich stören. Anders als etwa in Bordeaux, wo eine Stromversorgung durch eine dritte Schiene erfolgt, wird hier auf zwei kurzen, jeweils knapp 500m langen Abschnitten zwischen jeweils 2 Haltestellen mit Batteriestrom gefahren.

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Durch enge Wohngebiete in der Nähe der Universität wird die Tram durch parallele Straßen eingleisig geführt. Hier ist Wagen 6 als Kurs 14 der Linie T1 unterwegs nach Henri Sappia.

Die Linien-Fahrzeuge und der Betrieb

Wie für viele Verkehrsbetriebe in Frankreich wurde auch für Nizza der Alstom Citadis als Fahrzeug ausgewählt. Um die angestrebten 60.000 bis 70.000 Fahrgäste täglich befördern zu können, wurden 20 Stück des Typs Citadis 302 beschafft; diese ermöglichten einen 6 Minuten-Takt.

Doch auch hier überrollte der Erfolg den Betrieb: für die mittlerweile gut 100.000 Fahrgäste täglich wurden 8 weitere Fahrzeuge beschafft, diese und sieben Altfahrzeuge wurden zudem durch Einfügen zweier Mittelteile um etwa 10m verkängert (Typ Citadis 402). So konnte die Kapazität der Strecke mit einem 4 bis 5-Minuten-Takt in der abendlichen Hauptverkehrszeit deutlich erhöht werden.

Betriebsprogramme gibt es für montags bis freitags, samstags und sonn- und feiertags. Während der Sommerschulferien sowie für die Tage davor und danach gibt es gesonderte, ausgedünnte Fahrpläne.

Henri Sappia

Endstelle Henri Sappia. Links fährt Triebwagen 10 als Kurs 3 gerade die Endhaltestelle an, rechts fährt Wagen 5 als Kurs 1 gerade wieder ab. Über den Fahrzeugen ist die Betriebsstrecke zum Betriebshof erkennbar, der Betriebshof liegt im Rücken des Betrachters.

Ausbaupläne

Eine zweite Linie ist derzeit im Bau. Sie wird in Ost-West-Richtung parallel zur Küstenlinie geführt. Sie beginnt am alten Hafen von Nizza, unterquert mit vier unterirdischen Bahnhöfen die Innenstadt, kreuzt die Linie T1 an der Place Garibaldi und an der Haltestelle Jean Médecin und führt über Saint Augustin mit zwei Zweigstrecken zum Flughafen und zur CADAM, der Cité Administratif. Dort wird im Anschluß an die Strecke auch ein weiterer Betriebshof entstehen.

Geplant ist die Betriebsaufnahme zwischen CADAM und der oberirdischen Station Magnan für Mitte 2018, die Erweiterung zum Flughafen und zur unterirdischen Zwischenstation Jean Médecin für Ende 2018 sowie der Reststrecke für 2019.

Halle

Blick durch die Fenster in die Halle des Betriebshofs, vom Ankunftbahnsteig aus: Triebwagen 25, eben noch als Kurs 21 eingesetzt, wurde ausgetauscht und jetzt in den Betriebshof gefahren. Rechts im Hintergrund steht Triebwagen 7.

Weitere Streckenerweiterungen in Richtung Cagnes-sur-Mer längs der Küste sowie parallel zum Fluß Var nach Norden bis Lingostière oder sogar weiter als Ersatz der Chemin de Fer de Provence bis Colomars wurden ins Auge gefaßt.




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