Straßenbahn Mulhouse (F)

Französische Straßenbahnnetze entstehen seit den späten 1990er Jahren neu, das Netz in Mulhouse ist erst seit Mai 2007 in Betrieb. Die französischen Tram-Systeme sind chic, d.h. bei Gestaltung der Haltestellen und Fahrzeuge, ja sogar bei den Haltestellenansagen, wird auf besonderes Design und sehr ansprechende künstlerische Gestaltung geachtet - ein klarer Kontrast zur nüchternen und manchmal abweisend wirkenden Funktionalität deutscher Netze. Und bei der Streckenführung wird auf eine Aufwertung des Stadtumfeldes geachtet. Ein fast konsequent durchgehaltener Bau eigener Gleiskörper, vielfach mit Rasengleis versehen, sowie eine starke Bevorrechtigung des Tram-Verkehrs an Verkehrssignalanlagen unterstreichen den Stellenwert, der der Tram zugebilligt wird: ein positives Element einer lebenswerten, schönen Stadt!

Triebwagen 2012 am Nouveau Bassin

Triebwagen 2012 am Nouveau Bassin

Große Bögen aus Stahl, farblich unterschiedlich gestaltet, signalisieren von weitem eine Haltestelle und laden zum Bahnfahren ein.

Unterschiedliche Geräusch- oder Musikuntermalungen, extra zu diesem Zweck komponiert, und verschiedene Stimmen geben jeder Haltestellenansage eine individuelle Gestalt. Es macht richtig Spaß, während der Fahrt zuzuhören.

Unternehmen

Die Straßenbahn in Mulhouse wird von der solea betrieben. Das Unternehmen hat eine eigene Web-Seite unter www.solea.info.

Leider sind für die Straßenbahnlinien in Mulhouse online keine Linienfahrpläne oder Seiten aus den Fahrplanbüchern erhältlich.

Zwei Stahlbögen schmücken die Haltestelle Coteaux

Zwei Stahlbögen schmücken die Haltestelle Coteaux

Das Liniennetz

Das Liniennetz besteht seit Ende 2010 aus 3 Linien sowie einer Tram-Train-Linie, die allerdings nicht von Solea betrieben wird, sondern von der SNCF.

Zentraler Verknüpfungspunkt ist die Haltestelle Porte Jeune in der Innenstadt. Ein weiterer Netzausbau ist beabsichtigt und in der Planung. Näheres siehe in der Skizze auf der Seite Ausbaupläne.

Hochbetrieb an der Porte Jeune

Hochbetrieb an der Porte Jeune

Die Strecken sind fast durchweg mit eigenem Gleiskörper ausgestattet, im eher zentralen städtischen Bereich eingepflastert, in den Außenbezirken regelmäßig mit Rasen begrünt. Dabei gibt es intelligente unbürokratische Lösungen etwa in schmaleren Stadtstraßen, bei denen der Gleiskörper in Seitenlage geführt wird, aber für die Anlieger der Straßenseite überfahrbar bleibt. Und ausnahmsweise kann ein Lieferant oder Möbelwagen dann auf dem Gehweg neben dem Gleiskörper stehen bleiben, ohne die Bahn zu behindern.

Stadtnahe Trasse nähe Porte Jeune

Stadtnahe Trasse nähe Porte Jeune

Im Altstadtbereich zwischen den Haltestellen Porte Jeune und Gare centrale war auch diese Lösung trotz Einbahnstraßenregelung nicht möglich. In einem kurzen Abschnitt von ca. 100m müssen sich die Tramlinien 1 und 3 und der Tram-Train Richtung Porte Jeune den Fahrweg mit dem Anliegerverkehr teilen.

Nur hier teilen sich PKW und Tram die Trasse

Nur hier teilen sich PKW und Tram die Trasse

Die Tram-Linien-Fahrzeuge

Schon für das komplette Netz, daher derzeit immer noch teilweise im Überhang, sind 27 Niederflur-Zweirichtungswagen vom Typ CITADIS vom Hersteller Alstom beschafft worden. Die Fahrzeuge sind 8achsig, 5teilig und 2,65m breit und knapp 33m lang. Ein Verkehr in Traktion ist nicht vorgesehen. Die Fahrzeuge verfügen über 56 Sitzplätze einschließlich der Klappsitze an den Türen und bieten 175 Stehplätze.

Kopf des CITADIS-Triebwagen des Typs Mulhouse

Kopf des CITADIS-Triebwagen des Typs Mulhouse

Beim Fahrzeug-Design wurde eine besondere künstlerische Form vorgesehen: Bei einer gelben Grundfarbe hat jedes Fahrzeug ein anderes Muster in schwarz und rot erhalten.

Die Fahrzeugnummern 2001 bis 2027 sind übrigens außen nur an den Frontseiten in Dachhöhe links oben (Blick auf die Front) angebracht.

Innenraum der Tram

Innenraum der Tram

Der Fahrzeug-Einsatz

Die Fahrzeuge werden vom Betriebshof nördlich der Haltestelle Musée de l'Auto aus eingesetzt.

Das Ausrücken ist sowohl in Richtung Stadtmitte als auch Norden direkt möglich, ein Einrücken in den Betriebshof ist direkt aus der Innenstadt möglich, aus Richtung Norden muß am Gleiswechsel nördlich der Haltestelle Musée de l'Auto umgesetzt werden.

Ein Aus- und Einrücken ist für die Linie 2 in/aus Richtung Nouveau Bassin direkt möglich, aus/in Richtung Coteaux wurde früher über den Gleiswechsel östlich der Haltestelle Porte Jeune auf der Strecke der Linie 2 nach Nouveau Bassin umgesetzt, heute sieht das Betriebsprogramm nur noch Ein- und Ausrücker in Richtung Nouveau Bassin vor.

Die Umlaufpläne

Der maximale Fahrzeugauslauf beträgt 2013 in der Frühspitze 21 Fahrzeuge.

2 Triebwagen in Coteaux

2 Triebwagen in Coteaux

Ein Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne finden Sie als .pdf-Datei zum Download bereitgestellt.

Fahrpläne und daher Betriebsprogramme gibt es grundsätzlich für werktags montags bis freitags, für werktags samstags und für sonn- und feiertags. Der Samstagsfahrplan gilt auch für montags bis freitags in den Ferien. Für die Sommerferienzeit gibt es - wie in Frankreich üblich - gesonderte Betriebsprogramme an allen Tagen mit weiter ausgedünntem Fahrtenangebot.

Die dargestellte Fahrplanperiode begann am 03.09.2012 und endet am 05.07.2013.

Die Umlaufpläne der Fahrplanperiode 2012/2013:

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten. In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Im einzelnen:

und der Vollständigkeit halber, auch wenn der Tram-Train keine städtische Tram-Linie ist:

Die Wochenendpläne konnten leider nicht verifiziert werden und werden daher auch nicht hier veröffentlicht.

Haltestelle Musée de l'Auto

Haltestelle Musée de l'Auto




Zum Seitenanfang