Tram in Marseille

Unternehmen

Marseille ist die drittgrößte Stadt Frankreichs, am Mittelmeer gelegen. Wie in Frankreichs Großstädten schon üblich, wird der öffentliche Nahverkehr von einer städtischen Gesellschaft betrieben. Diese hat unter rtm.fr einen eigenen Internet-Auftritt mit den üblichen Fahrplaninformationen: globalen Taktinformationen für die Schienenverkehrsmittel, die ja in der Regel im dichten Takt verkehren, Abfahrtzeiten für Metro und Tram in den Schwachverkehrszeiten sowie der Möglichkeit, Verbindungsinformationen abzufragen.

Tw 9

Triebwagen 009 auf der Linie T1 an der Haltestelle Blancarde in Fahrtrichtung Innenstadt (Noailles). Im Hintergrund verkehrt die Tram unter der Eisenbahn hindurch in Richtung St. Pierre, im Vordergrund die Weichen für den Abzweig der Linie T2 - diese fährt geradeaus, die T1 biegt nach links ab.

Das Liniennetz

Das Tram-Netz gehört zu den "überlebenden" Netzen Frankreichs, d.h. es wurde nie dauerhaft (!) stillgelegt. Allerdings sind nur noch Reste des einst großen Netzes heute in Betrieb. Und für eine umfassende Modernisierung der Reststrecke wurde diese von 2004 bis 2008 vorübergehend außer Betrieb gesetzt.

Tunnelmund

Triebwagen 007 passiert den Tunnelmund der kurzen - jetzt wieder eingleisigen - Tunnelstrecke der Linie T1 und fährt, von Noailles kommend, gleich die Haltestelle Eugène Pierre an.

Das Netz besteht heute aus drei Linien, als T1, T2 und T3 bezeichnet.

Tw 28

Triebwagen 028 kommt, von Arenc Le Silo kommend, gleich an der Endstelle Blancarde/Foch an. Am dortigen Bahnsteig wenden die Züge kurz; im Vordergrund ist eine Weiche des Gleiswechsels zu erkennen.

Grundlage des Netzes ist die frühere Linie 68, die zuletzt noch übrig geblieben war. Sie kam von St. Pierre am nordöstlichen Rand der Innenstadt und führte bis in eine Tunnelstation direkt im Zentrum (Noailles). Diese bildet heute den stadtseitigen Abschnitt der Linie T1, die jenseits von St. Pierre in Neubaugebiete verlängert wurde. Endstelle dort ist Les Caillols.

Tw 17

Triebwagen 017 auf der Linie T2 an der Haltestelle Longchamp. Gut ist die besondere Kopfform der Fahrzeuge zu erkennen: sie soll an einen Schiffsbug erinnern.

Unweit von St. Pierre zweigt am SNCF-Bahnhof Blancarde die Linie T2 von dieser Strecke ab, hat unmittelbar hinter dem Gleisabzweig ihre Endstation und führt durch die Innenstadt, oberirdisch an der Tunnelstation der T1 vorbei, in das stadtnahe Hafengebiet, welches derzeit in ein modernes Mischviertel für Wohnen, Arbeiten und Freizeit konvertiert wird - wie in so vielen Hafenstädten. Endstelle im Norden ist Arenc Le Silo.

Tw 32

Triebwagen 032 auf der Cours Belsunce in Fahrtrichtung Arenc Le Silo. Im Hintergrund bei den Baufahrzeugen ist die Baustelle der T3 in der Rue Rome zu sehen. Das Gleisdreieck an der Einmündung zur Canebière ist bereits fertig verlegt.

Eine dritte Linie T3 führt durch die Rue Rome in der südlichen Innenstadt. Sie verbindet die T2 von der Hauptstraße Canebière mit der Metro-Station und dem Umsteigepunkt Castellane. Die Straße ist so schmal, daß die Gleise teilweise verschlungen geführt werden müssen. Castellane und Arenc werden als T3 bei Weiterbestehen der Linie T2 in der bisherigen Form miteinander verbunden.

Rue Rome

Die Baustelle in der Rue Rome von der Kreuzung Castellane aus gesehen.

Die Linien-Fahrzeuge und ihr Einsatz

Tram-Projekte werden in Frankreich immer zur Verbesserung derstädtischen Lebenswelt genutzt. Dazu gehört auch ein besonderes Design für die - im Grundsatz standardisierten - Fahrzeuge. Hier rollt der Flexity Outlook aus dem Hause Bombardier, der zunächst in einer fünfteiligen Version mit 32 Metern Länge beschafft wurde. Wegen des großen Erfolges der Tram mußten die Fahrzeuge aber um 2 Module auf insgesamt 42 Meter verlängert werden. Die Kopfform des Fahrzeuges erinnert, ebenso wie die Inneneinrichtung, an Schiffe und Seefahrt und nimmt damit Bezug auf die Bindung der Hafenstadt an das Meer.

Inneneinrichtung

Die moderne Inneneinrichtung der Tramfahrzeuge besticht durch schlichte Eleganz in Holz und Blautönen.

Derzeit sind 32 dieser Fahrzeuge im Betrieb und werden freizügig eingesetzt. Sie sind im Betriebshof St. Pierre stationiert. Außerdem gibt es eine eingezäunte, aber derzeit wohl nicht genutzte Abstellanlage an der Endstelle Arenc Le Silo für insgesamt 4 Triebwagen.

Die Umlaufpläne

Betriebsprogramme gibt es für montags bis freitags (Schule), dito. in den Ferien, samstags und sonn- und feiertags. Gesonderte Fahrpläne gibt es für den Sommerferienabschnitt.

Arenc Le Silo

Ein Triebwagen der Linie T2 wendet an der Haltestelle Arenc Le Silo. Hinter dem Fahrzeug - umzäunt - die Abstellanlage für insgesamt 4 Triebwagen.

Die Kursnummern werden im Fahrzeuginneren in der Fahrerkabine an der Rückwand oben links vorne und hinten angezeigt (sind aber von außen wegen des dichten Sonnenschutzes für die Fahrer nur zu erkennen, wenn man sehr dicht davor steht) und werden je Linie fortlaufend in der Reihenfolge im Tagesbetrieb vergeben (Kurs 2 folgt Kurs 1). Kurs 1 ist dabei willkürlich gewählt. Kurse, die nach der Früh-HVZ einrücken, werden dabei ebenso berücksichtigt wie Kurse, die erst zur Nachmittags-HVZ in Betrieb gehen, so ergeben sich Nummernlücken auch zur Hauptverkehrszeit.

Belsunce Alcazar

Triebwagen 032 steht links abfahrbereit an der Haltestelle Belsunce Alcazar in Fahrtrichtung Arenc Le Silo, während ein weiterer Triebwagen in Gegenrichtung gerade die Rue Colbert verläßt und in die Haltestelle einfährt.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

T3 Castellane

Ein Triebwagen der Linie T3 wendet an der Haltestelle Castellane.

Metro

Marseille verfügt auch über ein zwei Linien umfassendes Metro-Netz, welches weitgehend unterirdisch betrieben wird. Die Züge fahren gummibereift, wie in Frankreich weit verbreitet. Sie sind knapp 70 Meter lang und bestehen aus vier Wagen. Der Betrieb erfolgt in der Regel automatisch, die Fahrerstände sind aber besetzt. Das Netz ist weitestgehend bergmännisch gebaut worden, d.h. die Strecken folgen in der Regel nicht den oberirdischen Verkehrsachsen. Beide Metrolinien treffen sich an den Bahnhöfen Gare St. Charles (entspricht einem Hauptbahnhof) und Castellane. Beide haben ein eigenes Depot für die Fahrzeugwartung und Abstellung.

Metro

Ein typischer Metrozug der Linie M2 wendet an der Endstelle Sainte Marguerite Dromel.




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