Straßenbahn in Grenoble

Unternehmen

In Grenoble wird, wie in Frankreich und auch in Deutschland, getrennt zwischen der Bestellerorganisation, die das Nahverkehrsnetz plant und organisiert, und dem Fahrbetrieb, der den geplanten und bestellten Verkehr tatsächlich ausführt.

Wagen 2012

TFS-Wagen 2012 auf der Linie D an der Endstelle Etienne Grappe.

Die Tram Grenobles wird von der SEMITAG betrieben, die auch für das städtische Busnetz zuständig ist. Fahrplaninformationen und mehr gibt es im Internet unter www.semitag.com.

Als Bestellerorganisation auch zuständig für die Planung des weiteren Ausbaus des Tram-Systems ist die SMTC, die ebenfalls einen eigenen Internet-Auftritt unter www.smtc-grenoble.org mit umfangreichen Informationen zur Weiterentwicklung des städtischen Schienenverkehrs.

Wagen 2051

Ein großes Einkaufszentrum war jahrelang Endstelle der Linie A im Süden: Grand'place. An der überdachten Haltestelle wartet TFS-Wagen 2051 auf seine Abfahrt in Richtung Innenstadt.

Das Liniennetz

Das Liniennetz besteht derzeit aus vier Linien, die mit Großbuchstaben gekennzeichnet werden (A bis D). Eine weitere Linie (E) ist bereits projektiert. Die Anfänge des heutigen Netzes gehen auf die Eröffnung eines Teilabschnitts der Linie A im Jahr 1987 zurück. Seit dem wurde das Netz mehrfach erweitert. Die Geschichte ist in der .pdf-Datei dokumentiert.

Netz Grenoble aktuell

Das aktuelle Netz ist auch als .pdf-Datei zu erhalten.
Ebenfalls als .pdf-Datei ist die Netzentwicklung in den einzelnen Eröffnungsschritten aufgezeichnet.

Wie allgemein in Frankreich beschränkt sich das Tramnetz nicht nur auf die eigentliche Hauptgemeinde, sondern führt auch in die Nachbargemeinden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß - anders als in Deutschland - die über die Grenzen der Kernstadt hinauswachsende Stadt nicht durch Eingemeindungen vergrößert wurde, sondern zwei (eigentlich mehr) Gemeinden einfach zusammenwuchsen.

Lang Zeit gab es nur einen Tram-Betriebshof in Eybens, er wird heute für die Linie A genutzt. Erst mit der Eröffnung der dritten Linie wurde auch ein zweiter Betriebshof in Gieres eröffnet, der heute die Fahrzeuge der Linien B, C und D betreut.

Wagen 6001

Eng und kurvenreich sind Teile der Fuß,gängerzone, durch die sich die Fahrzeuge der Linien A und B schlängeln.

In der Innenstadt von Grenoble fährt die Bahn durch die Fußgängerzone. Außerhalb der Kernstadt wird die Bahn in der Regel auf eigenem, teilweise auf unabhängigem Gleiskörper geführt. Im engeren städtischen Verdichtungsgebiet und in den Zentren mancher Stadtteile oder Nachbaargemeinden muß die Tram auch im Individualverkehrsraum geführt werden. Dann wurde aber auf eine Verkehrsberuhigung hingewirkt, damit die Behinderungen des Tramverkehrs sich in Grenzen halten.

wagen 6049

CITADIS 6049 aus der letzten Lieferung, diese Fahrzeuge werden auf der Linie A eingesetzt, in der Innenstadt nahe Victor Hugo.

Die Linien-Fahrzeuge

Zwei Typen von Tramfahrzeugen sind in Grenoble im Einsatz, beides sind Niederflurfahrzeuge.

Zunächst fand der TFS den Weg nach Grenoble, "Tramway Francais Standard", ein für die sich in den 1980er Jahren gerade entwickelnden neuen Tramnetze Frankreichs von Alsthom (damals noch mit "h") konsturiertes Einheitsfahrzeug von etwa 30 Metern Länge. In vier Baulosen wurden für Grenoble insgesamt 53 Garnituren zwischen 1987 und 1997 geliefert: zunächst 20, 1989 weitere 15, 1991/1992 weitere 3 und schließlich 1995 bis 1997 die letzten - traktionsfähigen - 15 Stück.

Heute ist der große Erfolg der Tramnetze der ärgste Feind dieses Fahrzeugtyps. Das Fahrzeug ist schlicht zu klein geworden für die benötigten Kapazitäten in der Hauptverkehrszeit. In Rouen sollen 2011 alle TFS durch größere Fahrzeuge ersetzt werden, Grenoble kauft jetzt größere Einheiten; ich bin gespannt, was mit den vorhandenen kurzen Fahrzeugen werden soll, eine Traktion erscheint angesichts der Länge mancher Haltestellen nicht überall realisierbar...

Alt und neu

Alt und neu begegnen sich: vor der malerischen Bergkulisse treffen zwei Fahrzeuge auf der Linie A aufeinander.

Seit 2000 wird von Alstom eine neue Type von Fahrzeugen in vielen verschiedenen Größen unter dem Familiennamen CITADIS geliefert. Grenoble hat in zwei Baulosen in den Jahren 2005 und 2009 insgesamt 50 (35+15) siebenteilige, 44 Meter lange Fahrzeuge des Typs 402 erhalten.

Der Fahrzeug-Einsatz und Betrieb

Die Linie D als Tangentiallinie mit geringerem Verkehrsaufkommen wird mit TFS betrieben. Auf den Linien B und C kommen überwiegend CITADIS zum Einsatz, in den Hauptverkehrszeiten mit verdichtetem Verkehr aber auch TFS. Auf der Linie A kommen beide Fahrzeugtypen gemischt zum Einsatz, abends und am Sonntag sollen aber nur CITADIS eingesetzt werden.

Außenstrecke

Außerhalb der Siedlungsschwerpunkte ist die Trasse sehr großzügig ausgestaltet. TFS 2047 auf der Linie A in Richtung Echirolles Denis Papin am Bahnhof Echirolles, im Hintergrund TFS 2025 als Fahrschule in Richtung Innenstadt.

Die Umlaufpläne Frühjahr 2010

Betriebsprogramme gibt es mehrere für montags bis freitags, zwei für samstags und und eines für sonntags. Am 1. Mai findet - wie überall in Frankreich - kein Verkehr statt. Die Fahrplanperioden sind farblich gekennzeichnet: blau für mo-fr im Winter, grün für mo-fr Ferien im Winter, gelb für mo-fr in den Sommerferien, orange für samstags (Sommerferien oder übrige Zeit) und violett für sonntags. Allerdings werden die Betriebsprogramme auch zu anderen Zeiten eingesetzt: orange etwa an den Werktagen zwischen Weihnachten und Neujahr oder grün auch für Schultage im Spätfrühjahr. Zudem wechseln die Fahrplanperioden nicht für alle Linien parallel: Anfang Juni 2010 galt für die Linie A die Periode blau, für die anderen Tramlinien die Periode grün.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

Das Kursnummernsystem

Die Kursnummern werden linienweise mit 01 beginnend in der Reihenfolge des Ausrückens aus dem Betriebshof vergeben. Kurse, die am Nachmittag ausrücken, erhalten die Kursnummern der morgens eingerückten Fahrzeuge, in der Regel in der Reihenfolge des Einrückens.

Kurve HBF

Eine bauliche Besonderheit im Netz: Eine 180-Grad-Kurve am Hauptbahnhof, um die Haltestelle näher an die Bahnsteige der SNCF heranzuführen.

Ausbaupläne

Auch in den nächsten Jahren soll das Tramsystem in Grenoble wachsen.

Am weitesten fortgeschritten ist die Verlängerung der Linie B von der "Cite Internationale" um zwei Stationen bis "Resistance". Die Strecke soll 2012 in Betrieb gehen.

Wagen 6010

Auch im engen Stadtbereich wurde die Tram-Trasse weitestgehend vom Individualverkehr getrennt. Triebwagen 6010 auf der Linie B bei der Haltestelle Notre-Dame Musee.

Zur Zeit in der öffentlichen Abstimmung steht die Linie E Nord von der Innenstadt in Richtung Saint-Egreve im Norden am rechten Ufer der Isere analog zur heutigen Buslinie 3. Für die Führung in der Innenstadt werden mehrere Varianten untersucht. Die 11,5km lange Linie mit 19 Haltestellen soll im Frühjahr 2014 in Betrieb gehen.

Weitere Projekte sind die Verlängerungen der Linie A an beiden Enden, eine tangentiale Führung der Linie D über "Grand'place", die Linie C bei Seyssins hin zur Linie A bei Fontaine und die Linie E Süd.

Wendeanlage Hauptbahnhof

Nur noch im Ausnahmefall, etwa bei einer Betriebsstörung, wird die Wendeanlage am Hauptbahnhof genutzt. TFS 2042 wendet dort, während CITADIS 6038, von Fontaine La Poya kommend, aus der Bahnunterführung gerade in die Haltestelle Hauptbahnhof einfährt.




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