Tram in Dortmund

Unternehmen

Die Straßenbahn in Dortmund ist eigentlich längst passé. Sie wurde inzwischen zur Stadtbahn fortentwickelt, alle Linien tragen mittlerweile ein "U" in der Bezeichnung. Aber in manchen Außenbezirken scheint die gute alte Tram doch noch weiterzuleben.

B6-Doppeltraktion alte Lackierung

Sie werden immer seltener: Dortmunder Stadtbahnwagen vom Typ B6 in alter Lackierung. Hier ist eine Doppeltraktion nördlich der Innenstadt auf der Linie U42 in Richtung Grevel unterwegs.

Die Tram wird von DSW21 betrieben, einem Konzern, der der Stadt Dortmund gehört, aus den Stadtwerken hervorgegangen ist und vielfältige kommunale Aufgaben wahrnimmt. Der eigene Internetauftritt des Unternehmens ist unter www.dsw21.de zu finden.

Fahrplaninformationen zu den Linien gibt es unter dem unternehmenseigenen Internet-Auftritt www.bus-und-bahn.de, Fahrtverbindungsinformationen in der Fahrplanauskunft des VRR unter www.vrr.de, in dessen Verbundangebot die Fahrten des Unternehmens eingebettet sind.

Das Liniennetz

Die Innenstadt wird durch drei U-Tunnelstrecken in Dreiecksform erschlossen. Diese Tunnelstrecken bündeln die vorhandenen acht Linien. Jeweils zwei Strecken kreuzen sich an den Haltestellen Kampstraße, Stadtgarten und Reinoldikirche.

B6-Doppeltraktion neue Lackierung

So sehen sie in moderner Form aus!
In neuer Lackierung kommt uns eine B6-Doppeltraktion auf der Linie U47 im Mittelstreifen des Ruhrschnellwegs von Aplerbeck kommend entgegen.

Die erste entstandene Strecke bündelt die Linien U41, U45, U47 und U49, nördlich des Hauptbahnhofs mit 2 Linienästen, am Südende mit 4 Linienästen. Am Hafen schließt die Betriebsstecke zum einzigen Betriebshof in Dorstfeld an.

Die zweite Strecke bündelt die Linien U42 und U46. Sie hat bei den Westfalenhallen Anschluß an die erste Strecke und an der Reinoldikirche an die dritte Strecke und ist so mit dem Betriebshof verbunden.

Die dritte Strecke bündelt die Linien U43 und U44. Sie führt unmittelbar am Betriebshof vorbei.

B8

An gleicher Stelle ein B8-Solowagen ebenfalls auf der Linie U47.

Die ersten beiden Strecken sind - nach Standard der Stadtbahn Ruhr - für Hochflurfahrzeuge konzipiert, die dritte Strecke wurde für Niederflurfahrzeuge errichtet. Damit hat auch Dortmund zwei Systeme.

Die Linien-Fahrzeuge

Entsprechend der Vorgaben für die Stadtbahn Ruhr fahren auf den Hochflurstrecken (noch) die zu diesem Zweck in vielen Städten eingesetzten Stadtbahnwagen B. Das Regelfahrzeug ist der zweiteilige, sechsachsige Wagen (B6), der regelmäßig in Doppeltraktion eingesetzt wird.

Als Dortmunder Besonderheit findet man allerdings auch dreiteilige, achtachsige Fahrzeuge (B8), bei denen quasi ein Mittelteil in den Sechsachser eingesetzt wurde.

B6 Dortmund und Bonn

Auf der Linie U42 kommen auch die aus Bonn übernommenen und grundlegend modernisierten B6 zum Einsatz. Vor allem am Kopf sind die unterschiedlichen Fahrzeuge zu erkennen, links ein Dortmunder B6, rechts ein ex-Bonner Fahrzeug.

Ferner werden in Dortmund aus Bonn übernommene Sechsachser eingesetzt, die für den Einsatz hier grundlegend modernisiert wurden. Sie sind allerdings mit den anderen Stadtbahnwagen B technisch nicht kompatibel.

Für den Niederflurbereich wurden von Bombardier achtachsige 30-Meter-Fahrzeuge vom Typ Flexity Classic beschafft.

Der Fahrzeug-Einsatz

Regelverkehr

Die U41 wird tagsüber mit B6-Doppeltraktionen gefahren, abends wird auf B8-Solofahrzeuge umgestellt. Die U47 wird tagsüber teilweise ebenfalls mit B6-Doppeltraktionen gefahren, (nicht nur) die Ganztageskurse sind B8-Solofahrzeuge. Die Linien U45, U46 und U49 fahren verbunden in einem gemeinsamen Umlaufplan mit B8-Solofahrzeugen. Die U42 verkehrt mit B6-Doppeltraktionen, hier werden auch die ex-Bonner Fahrzeuge eingesetzt. Abends erfolgt eine Zugtrennung oder das Abhängen von Triebwagen, dann fahren auf der U42 B6-Solofahrzeuge.

Die U43 fährt tagsüber weit überwiegend in Doppeltraktion, früh morgens und am Abend mit Solo-Triebwagen, die U44 ganztägig solo.

NGT-Doppeltraktion

Die Wendeschleife in Dortmund-Brackel ist längst passé: in einem Wendegleis zwischen den Richtungsgleisen wenden die "Kurzläufer" der Linie U43.

Die Fahrzeuge fahren in einem mehrtägigen Umlauf vom Betriebshof und übernachten in zahlreichen unterirdischen Abstellanlagen sowie die letzten Züge an den Bahnsteigen zentraler Haltestellen.

Stadionverkehr

Bei Großereignissen, etwa sehr stark besuchten Fußballveranstaltungen im Westfalenstadion, muß der knappe Wagenpark nicht nur den regulären Linienverkehr abwickeln, sondern auch noch in relativ kurzer Zeit auf der oben genannten ersten Tunnelstrecke Fahrgäste vor allem vom Hauptbahnhof zum Veranstaltungsort befördern. Dieses führt zu umfangreichen Planänderungen im Fahrzeugeinsatz.

Bereits am Morgen des Einsatztages entfallen teilweise Einsetzwagen und B6-Doppeltraktionen werden auf andere Kurse umgesetzt, gemäß dem weiteren Einsatzplan.

NGT begegnen sich

Hier gibt es noch die Straßenbahn-Atmosphäre. Kurz vor der Haltestelle In den Börten begegnet Solotriebwagen 16 auf dem Weg nach Dortmund-Wickede der Doppeltraktion aus 19 und 44. Der führende Triebwagen ist allerdings verdeckt.

Gut fünf Stunden vor Veranstaltungsbeginn werden nach und nach die Fahrzeuge nach Bedarf umgesetzt, teilweise, in dem sie an den Endstellen ausgetauscht werden, teilweise aber auch, in dem eine Planfahrt bis zu einer Zwischenendstelle nach Durchfahrt der Innenstadt vorzeitig endet und eine Austauschfahrt kurz nach der Planfahrt den Rest der Strecke bedient.

Auf den Linien U41 und U47 werden B8-Solotriebwagen eingesetzt, die U49 auf B6-Solofahrzeuge umgestellt und über den Hauptbahnhof zum Hafen verlängert, weil die Wendeanlage Hauptbahnhof für die verstärkte U45, also den Stadionverkehr, benötigt wird. Ex-Bonner-B6-Doppeltraktionen machen so weit wie möglich Dortmunder B6-Doppeltraktionen auf der U42 frei. Die U46 bleibt verbunden mit der U45, verkehrt taktverdünnt und in Doppeltraktion nur bis Brügmannplatz, aber über Stadion. Und der E-Wagen-Pendelverkehr verkehrt zum Stadion teilweise ab Hauptbahnhof, teilweise schon ab Fredenbaum.

Je nach Zeitpunkt der Veranstaltung können die regulären Fahrzeugeinsätze nicht wieder hergestellt werden mit Auswirkungen auf das Betriebsprogramm des nächsten Tages.

N8

Schon Geschichte: zuletzt setzte DSW21 seine Hochflur-Stadtbahnwagen N8 noch auf den Kurzläufern der Linie U43 ein. Hier begegnen uns zwei Doppeltraktionen östlich der Innenstadt. Mittlerweile sind diese Kurse fest in der Hand der neuen Flexity-Niederflurfahrzeuge.

Obwohl nicht direkt in den Stadionverkehr involviert, gibt es offenbar auch Auswirkungen auf den Niederflurbereich. Die Kurzläufer der U43 fahren durchweg als Solotriebwagen, offenbar um Werkstattkapazitäten zu sparen.

Die Umlaufpläne Frühjahr 2013

Betriebsprogramme gibt es für werktags montags bis freitags, samstags und sonn- und feiertags. In den Schulferien entfallen - teilweise mit den Regelkursen verknüpfte - Einsetzwagen auf den Linien U41, U42 und U49.

Die Wochenendpläne bekam ich von einem Tramfreund - leider habe ich sie erst mit erheblicher Verspätung veröffentlicht.

Die Kursnummern konnte ich nicht selbst feststellen. Allerdings lieferte mir Christoph einige wesentliche Informationen. Dennoch ist die Richtigkeit der Kursbezeichnungen unsicherer als bei den Plänen anderer Städte.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.

GT8

Schon länger Geschichte: das Standardfahrzeug für den Dortmunder Straßenbahnbetrieb: der DÜWAG-Achtachser. Insgesamt 91 Stück wurden in verschiedenen Bauserien zwischen 1959 und 1974 beschafft (teilweise in Lizenz von Hansa Waggonbau gebaut). Triebwagen 13 stammt aus der letzten Bauserie, deren Einsatz 2001 endete, da sie nicht mehr für einen Tunneleinsatz ertüchtigt wurde. Das Fahrzeug fristet sein Gnadenbrot als Reisecafé in der Dortmunder Innenstadt.




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