Tram in Bad Schandau (Kirnitzschtal)

Unternehmen

Einer der wohl kleinsten Straßenbahnbetriebe Deutschlands, die Kirnitzschtalbahn, hat wohl nie eine größere Bedeutung für den innerstädtischen ÖPNV gespielt, sondern war von Anfang an vor allem für den Tourismus angelegt. Sie führt vom Stadtzentrum Bad Schandaus etwa 8 km das Kirnitzschtal hinauf.

HTw 5 und Tw 1 Depot

In der kleinen Wagenhalle des Depots stehen links Triebwagen 1 und rechts der historische Triebwagen 5 einträglich nebeneinander.

Betrieben wird die Bahn von der OVPS, der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH. Diese hat einen eigenen Internet-Auftritt. Die Seite der Kirnitzschtalbahn ist unter www.ovps.de/Verkehrsmittel/Kirnitzschtalbahn/443/ zu finden. Hier gibt es auch den Fahrplan für die Linie.

Der Verkehrsbetrieb gehört zum Verkehrsverbund Oberelbe VVO, hat jedoch einen Sondertarif. Die Zeitkarten des VVO gelten, Tages- und Einzelfahrkarten sind gesondert zu kaufen.

Kurpark morgens

Morgentlicher ruhiger Betrieb an der stadtseitigen Endstelle Kurpark: Triebwagen 2 mit Beiwagen 25 und 24 wartet auf die Abfahrt als erster Dreiwagenzug zum Lichtenhainer Wasserfall. Noch hält sich der Andrang heute in Grenzen. Im Hintergrund stehen die Beiwagen 22 und 23, die gleich von Triebwagen 6 aufgenommen werden und den nächsten Planzug bilden werden.

Das Liniennetz

Das Tramlinien-"netz" besteht aus einer im wesentlichen eingleisigen Strecke in Seitenlage der durch das Kirnitzschtal führenden Staatsstraße - in Fahrtrichtung stadtauswärts rechts. Die Haltestellen liegen ebenfalls alle nur bergwärts auf der rechten Seite.

An den Endstellen gibt es Ausweichen zum Umsetzen der Triebwagen bei Beiwagenbetrieb. Die Gleise sind soweit verlängert, daß sie auch zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt werden können.

Tw 6

Triebwagen 6 auf Ausrückfahrt vom Depot zum Kurhaus. Gleich wird er in die Endstelle einfahren und dort zwei abgestellte Beiwagen aufnehmen.

Für Zugkreuzungen gibt es ebenfalls zwei Ausweichen, eine direkt am Depot, dort werden ggf. auch Fahrzeuge (auf der Straße am Fahrbahnrand) abgestellt, und auf freier Strecke zwischen den Haltestellen Forsthaus und Nasser Grund (genannt Schneiderweiche).

Schneiderweiche

Zugkreuzung an der "Schneiderweiche": links wartet Triebwagen 3 mit Beiwagen 21 und 26 auf der Fahrt zum Lichtenhainer Wasserfall, während stadteinwärts Triebwagen 6 mit den Beiwagen 23 und 22 nach Tausch der Signalstäbe in den eingleisigen Abschnitt zum Forsthaus einfährt.

Die Linien-Fahrzeuge

Für den Linienverkehr im Sommer mit entsprechendem Touristenandrang werden planmäßig 3 Züge benötigt. Es verkehren ausschließlich Zweiachsfahrzeuge, entweder als Solo-Triebwagen oder mit bis zu zwei Beiwagen. Die Türen auf der bergwärts linken Seite sind verschlossen.

Für den Betrieb stehen 5 Triebwagen des Typs "Gotha" aus den Baujahren 1957 bis 1960 mit den Betriebsnummern 1 bis 4 und 6 zur Verfügung. Sie stammen ursprünglich aus Plauen, Zwickau und Jena und wurden Anfang der 1990er Jahre umfassend modernisiert.

Ferner sind dafür 7 Beiwagen des "Gotha" aus den Baujahren 1963 bis 1968 mit den Betriebsnummern 21 bis 27 vorhanden.

Forsthaus

Der Zug aus Triebwagen 2 und den Beiwagen 25 und 24 fährt gerade in die Haltestelle Forsthaus ein.

Für den - gerne durchgeführten - Traditionsverkehr besitzt der Verkehrsbetrieb ferner 3 Triebwagen, je einen der Baujahre 1925, 1928 und 1939, sowie einen Beiwagen des Baujahres 1928.

Der Betriebsablauf

Als Touristenbahn ist der Fahrgastandrang nicht nur über den Tag, sondern auch über das Jahr gesehen großen Schwankungen unterworfen. Außerhalb der Touristensaison, im Winter, verkehrt deshalb ein Zug im 70 Minuten-Takt, grundsätzlich als Solo-Triebwagen, die Fahrplankonstruktion läßt aber ggf. auch einen Beiwagenbetrieb zu.

Rangierbetrieb Lichtenhainer Wasserfall

Rangierbetrieb am Lichtenhainer Wasserfall: Die Beiwagen 23 (vorne) und 22 bleiben an der Haltestelle stehen, Triebwagen 6 setzt vor in das Ausziehgleis, um anschließend die Beiwagen zu umfahren und im Vordergrund wieder anzkuppeln.

An Sommertagen werden 3-Wagen-Züge benötigt, allerdings nur in der Zeit von etwa 09:30 Uhr bis gegen 18:00 Uhr. Die morgentliche Schülerfahrt, die erste Linienrunde und der Spätverkehr werden mit Solo-Triebwagen gefahren.

Grundsätzlich wird im Einmannbetrieb gefahren, auch das Rangiergeschäft erledigt. Zu den Spitzenandrangszeiten, also etwa morgens am Kurhaus und mittags am Lichtenhainer Wasserfall, wird zur Unterstützung des Kassengeschäfts ein zweiter Mann eingesetzt, der als Springer jeweils zwischen Endstelle und der ersten Ausweiche pendelt und auch das Rangiergeschäft unterstützt.

Die Sicherung der eingleisigen Streckenabschnitte erfolgt über Signalstäbe.

Abfahrt Lichtenhainer Wasserfall

An der Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall haben sich Wirtschaften für die Wanderer und Spaziergänger angesidelt. Gerade verläßt Triebwagen 2 mit den Beiwagen 24 und 25 im Schlepp die Endstelle in Fahrtrichtung Bad Schandau.
Der Wasserfall ist übrigens künstlich als Attraktion angelegt worden.

Die Umlaufpläne

Es gibt nur jeweils ein Betriebsprogramm für Sommer und Winter für alle Tage. Eine Frühfahrt wird nur an Schultagen auf einer Teilstrecke durchgeführt.

In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.

In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.




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